Der negreira-fall: ehemaliger schiedsrichtervertreter kritisiert barcelona scharf
Drei jahre nach bekanntwerden des 'fall negreira'
Drei Jahre sind vergangen, seit der Skandal um Zahlungen des FC Barcelona an José María Enríquez Negreira, den damaligen Vizepräsidenten des Technischen Komitees der Schiedsrichter (CTA), öffentlich wurde. Die Zahlungen, die zwischen 2001 und 2018 über 7,5 Millionen Euro durch vier verschiedene Barcelona-Präsidenten geleistet wurden, werden weiterhin intensiv diskutiert. Nun hat sich Urizar Azpitarte, der ehemalige Schiedsrichtervertreter, in drastischen Worten zu dem Fall geäußert.

Urizar azpitarte: "negreira ist ein unding"
In der spanischen Fernsehsendung 'El Chiringuito' äußerte sich Azpitarte äußerst kritisch über Negreira: "Negreira ist ein Unding und eine schlechte Person für den Schiedsrichterstand. Das Problem mit Negreira ist eine Angelegenheit zwischen ihm und Barcelona, die sie untereinander lösen sollen." Er betonte, dass er die Situation als persönlichen Konflikt zwischen den Beteiligten betrachtet und keine systemischen Probleme im spanischen Fußball sieht.
Eigene beteiligungen an fußballvereinen
Interessanterweise gab Azpitarte zu, an mehreren spanischen Fußballvereinen beteiligt zu sein. "Ich bin Aktionär von Real Sociedad. Und wie bei Real Sociedad auch bei sieben weiteren Vereinen in Spanien, da wir für alle arbeiten," erklärte er. Er führte aus, dass er Anteile erhalten habe, als die Vereine in Societas Anónimas Limitadas umgewandelt wurden und finanzielle Schwierigkeiten hatten.
Geschäftliche beziehungen und anteile
Azpitarte schilderte, wie er als Teil seiner Unternehmensstruktur in Barcelona ein 500 Quadratmeter großes Geschäftslokal gemietet hatte, das dem ehemaligen Barcelona-Präsidenten Joan Gaspart Núñez gehörte. "Und was soll mich das kümmern, dass es Núñez gehört?" fragte er rhetorisch. Er betonte, dass seine Firma für viele Vereine tätig war und er im Gegenzug Anteile als Bezahlung erhielt, als die Vereine nicht über liquide Mittel verfügten.
Ein netzwerk von delegationen
Azpitarte beschrieb sein Unternehmen als eine Art Konkurrenz zu den Postdiensten, die günstigere Dienstleistungen anbot und Korrespondenz für verschiedene Vereine verteilte. Er hatte Delegationen in mehreren spanischen Städten, darunter Barcelona, San Sebastián, Vitoria und Málaga. "Wenn die Vereine sagten, sie hätten kein Geld, um mir zu bezahlen, sagten sie, sie würden mir Anteile geben. Nun gut, dann zahle ich in Anteilen. Sollen wir Ihnen die Rechnungsbeträge schenken?"
Vergleich mit hispapost
Er verglich seine Firma mit Hispapost, einem spanischen Postdienstleister, und betonte, dass er ein Partner von Hispapost sei. Azpitarte wies darauf hin, dass seine Beteiligungen an den Vereinen erst nach seinem Rücktritt als Schiedsrichter erfolgt seien, was ursprüngliche Kontroversen ausräumte, die seine Tätigkeit als Schiedsrichter in Frage stellten.
Klare abgrenzung zur aktiven zeit
Die ursprüngliche Kontroverse, die besagte, Azpitarte sei während seiner aktiven Zeit als Schiedsrichter an den Vereinen beteiligt gewesen, wurde durch seine Erklärung ausgeräumt. Seine Beteiligungen erfolgten erst nach seinem Rücktritt, was seine Unparteilichkeit während seiner aktiven Karriere unterstreicht. Der Fall Negreira bleibt jedoch weiterhin ein sensibles Thema im spanischen Fußball und wirft Fragen nach der Integrität und Transparenz auf.
