De zerbi springt ins tottenham-desaster – retter oder nächstes opfer?
Roberto De Zerbi unterschreibt mitten im Abstiegschaos – nicht im Sommer, sondern jetzt, wo Tottenham nur noch einen Zähler Vorsprung auf die rote Zone hat. Der Italiener übernimmt als dritter Coach dieser Saison, nachdem Igor Tudor nach sieben Spielen entlassen wurde. Seine Mission: 2031 langfristig planen, aber zuerst das Grauen verhindern.
Warum genau er – und warum ausgerechnet jetzt?
Sportdirektor Johan Lange lüftet den Vorhang: „Roberto war unser Sommerziel, aber die Tabelle lässt keinen Tag mehr verstreichen.“ Die Botschaft ist klar: Tottenham zieht die Notbremse, bevor die Premier-League-Millionen zu Championship-Kalk werden. De Zerbi selbst redet nicht lange um den heißen Brei: „Unsere kurzfristige Priorität ist die Tabelle, bis zum letzten Pfiff.“ Kein Pathos, nur Zahlen. Nach 31 Spieltagen steht der Klub auf Rang 17 – das reicht nur, wenn die Konkurrenz patzt.
Die Fans erinnern sich: 2022 bis 2024 drehte er bei Brighton den Kopf der Liga nach Süden, spielte Fußball mit Tempo und Idee. Dann kam Marseille, ein abruptes Ende im Februar, ein Kratzer im Lebenslauf. Doch genau dieser Kratzer macht ihn gerade greifbar für Daniel Levy. Der Vorstandsvorsitzende liebt Coaches, die verzweifelt sind – und billig, weil sie gerade keinen Job haben.

Die tottenhams zukunft in 72 tagen
72 Tage sind es noch bis Saisonende. In dieser Zeit muss De Zerbi aus einer Truppe, die unter Thomas Frank noch Europa träumte und jetzt gegen Sheffield um den Klassenerhalt zittert, eine Siegermannschaft zimmern. Die Defensive kassierte 51 Gegentreffer, nur die drei Abstiegsclubs sind schlechter. Dazu fragwürdige Fitnessdaten und ein Kabinenfrieden, der seit Mauricio Pochettino nicht mehr wirklich erzählt wurde.
Die Leihgabe von James Maddison für 45 Millionen Pfund liefert keine Tore, Son Heung-min läuft auf Sparflamme. Die Lösung? De Zerbi will zurück zur Dreierkette, mit Cut-back-Flügeln und einem Sechser, der den Ball vor dem Strafraum nicht mehr abfeuert, sondern spielt. Tottenham soll wieder das werden, was es nie war: mutig in der eigenen Hälfte.
Doch der Plan hat einen Haken. Die sportliche Planung für 2026/27 ist längst auf Sommer 2026 ausgelegt – mit oder ohne Premier-League-TV-Gelder. Ein Abstieg würde 120 Millionen Pfund an Einnahmen wegreißen, dafür aber 60 Millionen an Gehaltsstufe sparen. Levy rechnet, De Zerbi trainiert. Die Rechnung ist einfach: Wer bis Mai nicht mindestens vier Plätze springt, fliegt raus – und zwar komplett aus der ersten Reihe der Einnahmeliga.
Die Uhr tickt laut. Am 34. Spieltag gastiert Tottenham bei Everton, direkter Konkurrent. Schon da könnte der neue Coach feststellen, dass Retter in London nur eine Saison lang gelten – wenn überhaupt.
