De zerbi: kann er tottenham vor dem abgrund bewahren?

Tottenham Hotspur – ein Verein mit Geschichte, Tradition und dem Anspruch, zur englischen Elite zu gehören. Doch aktuell steht die Mannschaft am Rande des Abgrunds. Nach einer verkorksten Saison und dem Aus von zwei Trainern kommt nun Roberto De Zerbi, um das Ruder herumzureißen. Ob er das Kunststück vollbringt, bleibt abzuwarten.

Eine saison zum vergessen

111 Jahre! So lange mussten sich die Fans der Spurs schon zurückerinnern, um eine so desaströse Saison zu erleben. Der Punktedurchschnitt katastrophal, die Leistungen oft unterirdisch. Es ist kein Wunder, dass die Stimmung im Umfeld des Vereins gedrückt ist. Die Frage, die sich jeder Tottenham-Fan stellt: Was ist hier los?

Der Ausverkauf der Hoffnung begann bereits im vergangenen Sommer. Der Gewinn der Europa League war eine schöne Geschichte, aber offenbar nicht genug, um die Verantwortlichen zu überzeugen. Trainer Ange Postecoglou wurde entlassen, obwohl er noch vor seiner Entlassung kündigte, dass die dritte Staffel besser als die zweite werden würde. Eine ironische Prophezeiung, wenn man bedenkt, wie tief Tottenham in der Krise steckt.

Die Nachfolge von Postecoglou übernahm Thomas Frank, der allerdings auch scheiterte. Igor Tudor folgte ihm, doch auch er konnte den freien Fall nicht aufhalten. Nun soll De Zerbi die Wende bringen. Eine gewaltige Aufgabe für den Italiener.

Die gründe für die misere

Die gründe für die misere

Die Gründe für die Misere sind vielfältig. Verletzungen spielerischer Schlüsselpersonen wie Mohammed Kudus, Daniel Kulusevski und James Maddison haben die Mannschaft erheblich geschwächt. Doch es ist nicht nur das. Es scheint auch an einer fehlenden Mentalität und einem Mangel an Kampfgeist zu liegen. Jamie Carragher brachte es auf den Punkt: „Das zentrale Mittelfeld ist ein Problem. Die Teams, gegen die sie kämpfen, haben das bessere Mittelfeld.“

Wayne Rooney warf den Spielern vor, eine „absolute Schande“ zu sein. Seine Worte mögen hart klingen, aber sie treffen den Nagel auf den Kopf. Die Spieler müssen Verantwortung übernehmen und alles geben, um den Abstieg zu verhindern. Die Zahlen lügen nicht: In den letzten 32 Premier-League-Spielen, in denen Tottenham in Rückstand geriet, konnte das Team keinen einzigen Sieg feiern.

De zerbis mission

De zerbis mission

Roberto De Zerbi ist ein taktisch versierter Trainer, der für seine innovativen Spielideen bekannt ist. Doch er steht vor einer Mammutaufgabe. Er muss die Mannschaft nicht nur taktisch verbessern, sondern vor allem auch mental stabilisieren. Er muss den Spielern neues Selbstvertrauen einflößen und ihnen zeigen, dass sie auch in schwierigen Situationen kämpfen können. Seine Worte zum ersten Training unterstreichen das: „Ich muss den Spielern mitgeben, was sie in Sachen Mentalität benötigen.“

De Zerbi hat nur noch sechs Spiele, um den Abstieg abzuwenden. Das kommende Spiel gegen Brighton & Hove Albion, sein Ex-Verein, wird ein erster Test. Gelingt ihm die Wende, könnte Tottenham seine lange Durststrecke beenden. Gelingt es nicht, droht der Absturz in die zweite Liga – ein Schock für den stolzen Verein.