Dbb-frauen ringen nigeria nieder – langes b-team liefert ersten wm-feuerwerk
Ohne Satou Sabally, ohne Marie Gülich, ohne Luisa Geiselsöder – aber mit einem Körper voller Abschiedsschmerz: Die deutschen Basketballerinnen haben Nigeria mit 81:73 weggeschubst und sich damit vier Wochen vor der Auslosung die letzte Portion Selbstvertrauen gesichert, die sie für den Heim-WM-Traum brauchen.
Lange zieht die notbremse – und gewinnt
Olaf Lange stand in Villeurbanne mit dem Rücken zur Wand. Drei Leistungsträgerinnen fehlten, die Bank war jung, die Gegner wollten sich für Tokio revanchieren. Was tun? „Wir haben einfach mal das Tempo runtergenommen, die Nigerianerinnen in unsere Struktur gelockt und dann Nyara Sabally unter den Korb gespielt“, sagt der Bundestrainer. Die 23-Jährige erzielte 18 Punkte, holte neun Rebounds – und bewies, dass ihre Schwester Satou nicht die einzige Sabally ist, die tragen kann.
Die Zuschauer sahen ein Spiel zweier Halbzeiten. Erste Hälfte: Deutschlands Defense schlief, Nigeria traf fünf Dreier, stand 35:31 vorne. Zweite Hälfte: Lange wechselte auf Zone, warf Nyara Sabally und Frieda Bühner in einen Doppelstock, zog 17 Punkte davon. „Das war kein Basketball-Feuerwerk, das war Handarbeit“, sagt Bühner, die mit 14 Punkten und sieben Assists glänzte. „Aber genau solche Siege brauchen wir im September, wenn in Berlin die Karten neu gemischt werden.“
Die Statistik spricht eine klare Sprache: Vier Siege aus fünf Spielen, 83,4 Punkte Schnitt, 47 Prozent Feldwurfquote. Doch die 63:85-Pleite gegen Frankreich nagt. „Wir haben gelernt, dass wir gegen athletische Teams nicht einfach mitlaufen können“, sagt Lange. „Wir müssen die Spiele zerstückeln, Fouls ziehen, Rhythmus rausnehmen.“

Nächster stopp: berlin – und die nba-tariffront
Am 21. April fliegt die DBB-Delegation nach Berlin, wo im Hotel Adlon die Gruppen für die WM ausgelost werden. Die FIFA hat 16 Teams geladen, Deutschland ist automatisch gesetzt, doch das Los kann gnadenlos sein. „Wir wollen kein Weichspülprogramm“, sagt Lange. „Aber wenn wir in eine Gruppe mit USA und China rutschen, müssen wir von Anfang an Vollgas geben.“
Parallel spitzt sich in den USA ein Streit zu, der auch die deutschen Stars tangiert. Die WNBA-Spielerinnenorganisation droht mit Streik, sollte es bei den Tarifverhandlungen keine Einigung geben. Satou Sabally steht bei den Dallas Wings unter Vertrag, ihre Schwester Nyara bei den New York Liberty. „Ende April muss der Ball rollen, sonst wird es eng“, sagt Nyara. „Aber wir sind Profis, wir kriegen das hin.“
Für Klaus Schäfer, Sportchef des TSV Pelkum, ist der Sieg ein Signal. „Dieses Team hat bewiesen, dass es auch ohne Superstars funktioniert“, sagt er. „Wenn die Berliner Arena im September ausverkauft ist, werden die Mädels nicht mehr als Underdogs, sondern als Medaillenkandidaten antreten.“ Die Tickets für die Vorrunde sind bereits zur Hälfte weg, die Logen sind ausverkauft. Die Deutsche Bank bleibt Namenssponsor, die Telekom stockt auf – und die Fans warten auf den großen Wurf.
Die WM beginnt am 4. September, das Finale steigt am 13. September. Deutschland trägt die Hoffnung, die NBA trägt das Risiko. Und die Basketballerinnen? Die tragen jetzt schon den Druck – und offenbar ganz gut.
