David finlay debütiert bei aew – und bringt den shillelagh mit
Der Sohn einer Ringikone schlägt ein. David Finlay, in Hannover geborener Sprössling der nordirischen Wrestlinglegend Fit Finlay, hat bei AEW unterschrieben und sein Debüt bei Dynamite mit einem knallharten Statement gefeiert: zusammen mit Gabe Kidd und Clark Connors attackierte er die Publikumslieblinge Darby Allin und Orange Cassidy – und führte dabei sofort das familiäre Markenzeichen ein: den Shillelagh, den traditionellen irischen Holzknüttel seines Vaters.
Reunion, neue liga, alter instinkt
AEW-Boss Tony Khan bestätigte die Verpflichtung unmittelbar nach dem Auftritt. Die Reunion mit Kidd und Connors ist dabei keine zufällige Konstellation – die drei kennen sich aus der Zeit bei NJPW, wo sie als Bullet Club: War Dogs für Aufsehen sorgten. Jetzt firmieren sie schlicht als The Dogs. Weniger Schnörkel, mehr Biss.
Finlay, 32 Jahre alt, hatte seinen Vertrag bei der japanischen Traditionsliga zum Jahresbeginn auslaufen lassen. Anfang 2023 war er dort zum Anführer des berüchtigten Bullet Club aufgestiegen – und trat damit in die Fußstapfen von Prince Devitt, AJ Styles, Kenny Omega und Jay White. Eine Liste, die für sich spricht.

Warum aew und nicht wwe
Berichten von Bodyslam.net zufolge hatte auch WWE Interesse – wo übrigens Finlays jüngerer Bruder Brogan als Uriah Connors im Aufbaukader NXT aktiv ist. Der Haken: WWE soll zunächst nur einen NXT-Vertrag angeboten haben, mit entsprechend niedrigerer Entlohnung. AEWhingegen bot ihm sofort einen Platz im Hauptkader. Finlay entschied sich für den direkten Weg nach oben.
Das hat eine gewisse Logik. Wer jahrelang in Japan Hauptkämpfe bestritten, Titel gehalten und in Mexiko sowie bei TNA und ROH Erfahrungen gesammelt hat, will sich nicht noch einmal durch ein Entwicklungsprogramm arbeiten.

Das erbe, das er im blut hat
Die Geschichte der Finlays im Wrestling reicht weit zurück – über den Vater, den Großvater, den Urgroßvater. David Finlay wurde 1993 in Hannover geboren, als sein Vater bei der legendären Catch Wrestling Association (CWA) des Österreichers Otto Wanz aktiv war. Der Ältere bestritt dort Schlachten gegen Steven Regal, Dave Taylor, Lance Storm, Eddie Gilbert und einen jungen Alex Wright – der heute als Gunther zu den größten Stars bei WWE zählt.
Ende 2012 bestritt David Finlay in Hannover sein Debütmatch – an der Seite seines Vaters, für die EWP, Nachfolgerin der CWA. Am darauffolgenden Tag sein erstes Einzelmatch: gegen Big Van Walter aus Wien. Den Rest kennt die Wrestling-Welt.

Titelwechsel und neue matches für revolution
Finlays Auftritt war nicht das einzige Großereignis des Abends. Im Hauptkampf von Dynamite sicherte sich die Don Callis Family die AEW World Trios Titles: Kazuchika Okada, Kyle Fletcher und Mark Davis besiegten Jet Set Rodeo – mit einem entscheidenden Eingriff von World Champion MJF gegen seinen Erzrivalen Hangman Adam Page.
Für das Pay-Per-View Revolution in eineinhalb Wochen wurden daraufhin weitere Matches angesetzt. Page und MJF treffen im Hauptkampf aufeinander – verliert Page, bekommt er nie wieder eine Titelchance. Mike Bailey und Kevin Knight bekommen ein Rückmatch gegen die Callis Family, diesmal mit dem mexikanischen Superstar Mistico als neuem Partner. Und Swerve Strickland, frisch in die Schurkenrolle gewechselt, trifft auf das aufstrebende Schwergewicht Brody King.
Der Abend gehörte trotzdem einem: dem Mann aus Hannover, der mit einem Holzknüttel in der Hand und zwei alten Verbündeten im Rücken klargemacht hat, dass er nicht als Gast gekommen ist.
