D'aversa zieht die notbremse – torino wieder in der erfolgsspur
Keine acht Wochen nach der Trennung von Paolo Vanoli steht Torino plötzlich wieder. Zweimal Sieg, zweimal knapp gegen Napoli und Milan verloren – die Kurve zeigt nach oben. Roberto D’Aversa hat den Kurs korrigiert, ohne das Rad neu zu erfinden: Er setzt auf drei Namen. Zapata, Simeone, Adams. Punkt.
Die sturm-trias ist d’aversas dna
Beppe Dossena, 1982 Weltmeister und 177 Mal für die Granata in Serie A aufgelaufen, beobachtet die Wende aus nächster Nähe. „Das Trio vorne ist der Drehpunkt“, sagt er im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. „Duván Zapata bringt Physik, Manu Simeone Laufbereitschaft, Che Adams die Durchschlagskraft. Wer um sie herum Stabilität liefert, kann oben mitspielen.“ Adams steht bei sechs Treffern in 30 Partien, doch die Zahl trügt: Seine Pressing-Intensität liegt laufstärker Datenbank „StatsBomb“ bei 87 Prozent der Liga-Spitze.
Dossena kennt die Mentalität des Klubs. „Wenn ein Trainer mitten im Saftwechsel kommt, wird alles auf Null gestellt. Keine Fraktionen mehr, keine versteckten Kritikpunkte. D’Aversa nutzt diese Leere, um Regeln durchzusetzen, die vorher bröckelten.“ Beispiel: Wer zu spät zum Frühstück kommt, fliegt aus dem Kader – keine Diskussion. Drei Mal hat der Coach diese Linie bereits durchgezogen, intern nennen sie es „la linea D“.

Junge wilden statt teurer importe
Die zweite Säule heißt Individualisierung. Cesare Casadei (23) startete 2026 mit drei Toren in vier Spielen – weil Athletik-Coach Andrea Spina seine Sprints nicht mehr in Gruppen, sondern anhand von GPS-Daten plant. „Früher lief jeder dieselbe Strecke, heute bekommt Casadei 70 Prozent Hochintensität, Ilkhan 55 – weil seine Muskelfasern schneller ermüden“, verrät Spina.
Daneben wirft Dossena einen Seitenhieb auf die Serie A: „Unsere Talente sind oft reifer als die teuren Ausländer. Gvidas Gineitis spielt seit Wochen durch, weil er kein Alibi sucht. Wer sich den Platz erarbeitet, bekommt ihn. Punkt.“
Die Tabelle lügt nicht: Seit dem Trainerwechsel holte Torino 2,1 Punkte pro Spiel – vorher 0,9. Die nächsten Gegger: Atalanta, Udinese, Rom. „Wenn sie jetzt nicht einbrechen, holen sie sich noch ein paar große Skalps“, prophezeit Dossena. Die Fans haben schon ein neues Lied parat: „Zapata bomba, Adams gol, il Toro torna a volar.“ Und D’Aversa? Der schwört weiter auf seine Drei-Gesetz-Maschine. Erfolg verfeinert sich nicht durch Taktik-Bücher, sondern durch klare Hierarchien – und Tore. Immer mehr Tore.
