De la fuente: die drei jahre, die spanien wieder groß machten

Vor drei Jahren trat Luis de la Fuente im Estadio La Rosaleda an – und Spanien wurde zur Fußball-Maschine. 30 Siege, zwei Titel, ein Traum-Sommer in Berlin. Doch der Weg zum Welt-Gipfel begann mit einem Eklat.

Der tag, an dem ramos fehlte und joselu einschlug

25. März 2023. Málaga. Kein Sergio Ramos, dafür neun Neue im Kader. Die Presse fragt sich: Wer ist dieser De la Fuente? 90 Minuten später trägt Joselu die Antwort auf dem Trikot: 2 Tore in 141 Sekunden, 3:0 gegen Norwegen. Die Tribüne tobt, die Zweifel verstummen – für einen Abend.

Drei Tage später in Glasgow die Ernüchterung. Schottland schickt Spanien mit 0:2 nach Hause, acht Wechsel wirken wie Panik. In Madrid spricht man schon vom ‚Plan B‘-Debakel. Die Zeitungen wettern: „Wenn er jetzt gegen Italien scheitert, ist er weg.“

Rotterdam rettete den job – und georgia lieferte den sturm

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Doch der Trainer, einst U21-Europameister, zieht die Notbremse. Er setzt auf alte Garde (Alba, Navas), stutzt Rotation, gewinnt die Nations-League-Final Four. Im Juni 2023 steht Spanien in Rotterdam im Finale, Öyarzabal verwandelt den entscheidenden Elfmeter gegen Kroatien. Der Ruf kehrt zurück – kurz.

Der nächste Schock folgt auf dem Fuß: Rubiales-Affäre, Gerichtstermin, Medienrummel. De la Fuente muss aussagen, die Mannschaft rutscht in Nebenkriegsschauplätze. Rettung kommt aus Tiflis. Georgien kassiert eine 1:7-Klatsche, Lamine Yamal, 16 Jahre jung, debütiert und leitet das Umbruch-Jahr ein. Von nun an heißt es: Jugend statt Gemütlichkeit.

Berlin 2024: das turnier, das alles überstrahlte

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Sieben Spiele, sieben Siege. Spanien wirft Italien, Gastgeber Deutschland, Weltmeister Frankreich und den EM-Final-Gegner England aus dem Turnier. Mikel Oyarzabal schießt in der 86. Minute das 2:1, die La Cartuja-Nacht endet in Kollektiv-Trance. De la Fuente steht plötzlich auf einer Stufe mit Aragonés und del Bosque.

Die Zahlen sprechen für sich: 78,9 % Siegquote, 105 Tore, 27 Debütanten, 77 einberufene Spieler. Nur zwei Niederlagen stehen 30 Erfolgen gegenüber. Doch der Trainer weiß: Das Welt-Ticket ist noch nicht gelöst. Seit Iniestas Treffer 2010 wartet Spanien auf den nächsten WM-Kracher – und De la Fuente auf seine endgültige Legitimation.

Am 25. Januar 2025 unterschrieb er bis 2028. Das Ziel: Katar-Rehabilitation. Die Mission: Das ‚Pentapartito‘ von 2010 wiederholen – diesmal mit einem Kader, der bereits jetzt Geschichte schreibt. Die Uhr tickt. Die Erwartung ist gewaltig. Und De la Fuente? Der schaut nach vorn, nicht zurück. Seine Spanien-Ära hat gerade erst begonnen.