Darmstadt 98 vor der falle: magdeburg ist kein selbstläufer
Neun Spiele, ein Ziel, null Toleranz. Die Lilien reisen als Tabellenzweiter zum Tabellenletzten – und genau das macht Florian Kohfeldt nervös. „Magdeburg hat individuelle Klasse, ich verstehe nicht, warum sie 18. stehen“, sagt der Darmstadt-Trainer vor dem Freitagabend in Sachsen-Anhalt. Die Erinnerung an Dresden nagt.
Der dresdner weckruf sitzt tief
Vor zwei Wochen glaubte auch Dortmund 98 an einem „Pflichtsieg“, sah nach 25 Minuten gegen Dresden aber rot. 1:3 – die erste Pleite seit November. „Wir haben gelernt, dass Platz 18 keine Garantie für K.o-Fußball ist“, erklärt Kohfeldt. Deshalb diesmal: kein Schalke-Gerede, kein Aufstiegsträumen, nur die 90 Minuten im MDCC-Arena-Kessel. Die Statistik spricht zwar klar für Darmstadt (acht Auswärts-Siege, beste Zweitliga-Offensive), aber sie lügt auch. Magdeburg holte erst sieben Heimpunkte – und genau diese Zahl macht den Coach stutzig. „Zu wenig für die Qualität, die sie haben“, sagt er und nennt Namen: Caci, Hercher, Bouhaddouz – Spieler, die 2. Liga-Niveau bestimmen können.
Die Lilien müssen aufpassen, dass ihre eigene Euphorie nicht zum Gegner wird. Als die Tickets für Schalke online gingen, brach kurz das System zusammen – 25.000 Anfragen in fünf Minuten. „Cool, aber gefährlich“, so Kohfeldt. Seine Mediziner liefern die passenden Zahlen dazu: Fabian Nürnberger und Killian Corredir sind wieder dabei, Matthias Bader wahrscheinlich. Nur Fraser Hornby fehlt noch, soll aber nächste Woche zurückkehren. Mehr Wegfallen darf nicht, denn die Belastung steigt. Neun Spiele in sieben Wochen, drei Englische Wochen, ein Aufstieg, der sich inzwischen auf fünf Teams verkauft hat.

Der fokus zählt, nicht der gegner
Kohfeldt schickt seine Mannschaft mit einer simplen Devise in die Partie: „Spieltag gewinnen, nicht Ranglisten lesen.“ Wer jetzt an Schalke denkt, verliert in Magdeburg. Die Lilien wollen mit einem Dreier vorlegen, bevor am Montag die restlichen Top-Five antritt. Ein Sieg würde die Lilien mindestens auf Platz eins schieben – und die Euphorie vor dem Schalke-Kracher am Böllenfalltor noch einmal nach oben schrauben. Die Rechnung ist einfach, die Umsetzung schwierig. Kohfeldt: „Wenn wir 90 Minuten konzentriert sind, nehmen wir die Punkte mit. Wenn nicht, fliegen wir auf die Schnauze.“
Magdeburg ist kein Selbstläufer, Magdeburg ist die letzte Warnung vor dem Endspurt. Die Lilien wissen das – und müssen es jetzt beweisen.
