Darmstadt 98: kohfeldt rotiert – und will den fluch von magdeburg brechen
Florian Kohfeldt hasst Tabellen. Er hasst Rechnerei. Und er hasst es vor allem, wenn seine Mannschaft als Favorit ins Rennen geht. Am Freitag steht SV Darmstadt 98 beim Schlusslicht 1. FC Magdeburg auf dem Platz – und genau das macht den Trainer nervös. „Wenn ich mir die Analyse anschaue, gibt es keinen Grund, warum Magdeburg 18. sein sollte“, sagt er, während die Stimme rauer wird. Für ihn ist der FCM „immer noch ein Top-Acht-Team“. Eine Warnung, die in der Kabine ankommt. Dresden war vor zwei Wochen erst der kalte Duschkopf.
Kohfeldt baut um – pfeiffer und nürnberger zurück
Die personelle Lage entspannt sich. Patric Pfeiffer hat seine Rotsperre abgesessen, Fabian Nürnberger den Oberschenkel hinter sich. Beide könnten von Anfang an spielen. Für Pfeiffer bedeutet das wahrscheinlich den Platz in der Viererkette, Aleksandar Vukotic muss weichen. Nürnberger wird man schonen – 90 Minuten sind nach seiner Auszeit unrealistisch. Raoul Petretta bereitet sich als Linksverteidiger auf den Einsatz vor, der gegen Kiel zur Pause kam und prompt auffiel. Innen drin ist Killian Corredor wieder dabei. „Kili ist jemand, der gefühlt nach sechs Wochen Urlaub sofort 90 Minuten spielen kann“, schmunzelt Kohfeldt. Der Stürmer hatte sich in Dresden einen Schlag geholt.
Die einzige Ausnahme: Fraser Hornby fehlt weiter. Der offensive Mittelfeldspieler laboriert an Oberschenkelproblemen, sein Ausfall schmerzt. Denn genau hier will Darmstadt zulegen – Tore, Tore, Tore. Die Lilien haben seit November kein Auswärtsspiel mehr gewonnen. Fünf Auswärtspartien stehen noch, theoretisch liegen da 15 Punkte. Kohfeldt will nicht rechnen, aber er weiß: Ohne Sieg in Magdeburg wird die Luft für die direkte Rückkehr zur Bundesliga dünner.

Bader vor dem comeback – entscheidung fällt am donnerstag
Matthias Bader hat die Knie-OP überstanden, zweieinhalb Monate war er raus. Jetzt trainiert er voll mit, spürt nichts mehr. „Er will mit, und ich will ihn mitnehmen“, sagt Kohfeldt. Doch es bleibt eine Frage der Perspektive: Reicht ein Platz im Kader, oder riskiert man zu früh? Die Entscheidung fällt nach dem Abschlusstraining. Der 28-jährige Rechtsverteidiger ist mehr als nur ein Joker – er ist Sechser, Kämpfer, Symbol für die Wende.
Kohfeldt spricht nicht vom Aufstieg. Er spricht vom nächsten Gegner. Magdeburg. Ein Stadion, das bei Darmstadt 98 für Albträume steht. Die letzte Partie dort endete 0:3. Diesmal soll es anders laufen. „Wenn wir dort gewinnen, reden wir weiter“, sagt er. Wenn nicht, wird die Liga enger. Und die Träume kleiner.