Kovac zieht die bremse: bvb will champions-league-desaster 2026 vergessen machen

Niko Kovac schaut zurück und spuckt aus, was ihm noch immer den Magen umdreht. Drei Wochen nach dem 1:4 in Bergamo folgte dem BVB-Trainer das Déjà-vu mit Ansage: Die Bayern fegten Atalanta mit 6:1 vom Platz, Dortmund musste in der eigenen Grube sitzen und zuschauen. „Wir waren traurig und haben uns die Spiele auch ein bisschen traurig angeschaut, das ist klar“, sagt Kovac am Donnerstag – und meint damit weniger die Fernsehübertragung als das eigene Versagen.

Die Lektion ist klar: Wer in Europa untergeht, darf sich in der Bundesliga keine Blöße mehr leisten. Neun Spiele, ein Ziel: Rang vier. „Wir haben die Chance, uns erneut für die Champions League zu qualifizieren“, so der Coach, „und es dann viel besser zu machen.“ Der Ton klingt nach Kampfansage, die Klinge bleibt aber steckt: Der BVB hat 2026 schon zu viele Saisonen verpennt, um sich aufs Neue auf Luftnummern einzulassen.

Fc augsburg droht als nächste falle

Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wankt Dortmund in die nächste Zwickmühle. Der FC Augsburg kommt als Formteam, ohne Niederlage seit fünf Partien, mit Selbstvertrauen gemacht in Westfalen. Kovac warnt schon mal vorsorglich: „Das wird schwierig, das kann ich garantieren. Wir müssen ans Maximum gehen.“ Nett gemeint, hart gemeint. Denn Augsburg hat sich längst vom Abstiegsgast zum Punktejäger gemausert – und der BVB ist bekanntlich der Meister der ungefähren Leichtsinnigkeit.

Ein Lichtblick taucht in Gestalt von Felix Nmecha auf. Die Vertragsverlängerung des Nationalspielers ist laut Klubchef ein Signal nach außen. Kovac schwärmt: „Wir sind alle glücklich. Er ist ein Leistungsträger und hat sich stetig verbessert. Er ist in einem guten Alter, er erreicht jetzt so langsam den Peak-Bereich. Menschlich ist er eine Vollgranate.“ Lob, das sich in Tore und Vorlagen übersetzen muss, sonst bleibt es Makulatur.

Schlotterbeck-entscheidung steht bevor

Schlotterbeck-entscheidung steht bevor

Parallel brodelt die Personalie Nico Schlotterbeck. Der Innenverteidiger zögert mit der Unterschrift, der Klub zittert um die Defensive. Kovac versucht, die Karten einzeln zu mischen: „Man muss jeden Fall einzeln betrachten, es sind unterschiedliche Bedingungen und Situationen.“ Klingt nüchtern, ist aber ein Euphemismus für: Wir haben keine Garantien, nur Hoffnungen.

Die Rechnung ist dennoch simpel: Gewinnt Dortmund die Mehrheit der verbleibenden neun Spiele, rückt die Champions League in Reichweite. Verliert er zu oft, bleibt die Europa-League ein Trostpflaster, das kaum jemand tragen will. Kovac weiß, dass seine Amtszeit sonst schneller endet, als ihm lieb ist. Der Countdown läuft – und mit ihm der Druck, endlich mal ein Frühjahr ohne Enttäuschung zu schreiben.