Darderi zieht in santiago die korken – top-20 nur noch formsache

Luciano Darderi hat den ATP-250 von Santiago entführt und Yannick Hanfmann mit 7:6(8), 7:5 in die Wüste geschickt. Fünfter Titel, fünfte Feier – und die Top-20 rücken so nah wie nie.

Die wüste brannte, der italiener blieb cool

1.180 Meter über dem Meeresspiegel, Staub in der Luft und ein Gegner, der auf Höhe lebt. Hanfmann schlug Longline-Bälle wie ein Automat, doch Darderi antwortete mit Tempo und Taktik. Erst Break zum 2:1, dann Gegencheck – und ein Tiebreak, der sich in die Nerven bohrte. Satzball weg bei 6:5, doch beim zweiten Mal ließ er nichts anbrennen.

Im zweiten Durchgang drehte Hanfmann auf, ging 3:1 in Führung. Darderi konterte sofort, servierte danach wie ein Uhrwerk und nutzte bei 6:5 den ersten Matchball, als der Deutsche die Backhand im Netz versenkte. 108 Minuten pure Spannung – und ein neuer König in Santiago.

Den argentiniern die revanche, den deutschen die lektion

Die Finalniederlage von Buenos Aires gegen Cerúndolo war nur ein Monat alt. Jetzt der Ritterschlag in Chile. Mit 1.420 Punkten bleibt Darderi auf Platz 21, doch die Tür zur Elite steht offen: Er muss nur 120 Zähler gutmachen, um die Top-20 zu knacken. Bei seinem derzeiten Selbstvertrauen ist das kein if, sondern ein when.

Die Bilanz des Jahres: fünf Turniere, fünf Titel – mehr Siege als jeder andere Italiener außer Jannik Sinner. Ein 22-Jähriger, der auf Sand so zuhause ist wie ein Weinberg in Apulien. Cordoba, Marrakesch, Bastad, Umag, Santiago – die Karte färbt sich immer mehr azzurro.

Und Hanfmann? Er fliegt mit leeren Händen, aber mit dem Wissen, dass er auf Höhe noch jeder den Zahn zieht – nur nicht Darderi. Der nächste Stopp ist Rio. Dort wird der Italiener nicht mehr als Geheimtipp starten, sondern als Top-20-Kandidat mit Startnummer und Ziel.