Dallmann bleibt: bayern-kapitänin verlängert bis 2027 und zieht die nächste fahne hoch
Linda Dallmann unterschreibt, lacht, umarmt Bianca Rech – und schon ist klar: Der FC Bayern Frauen sichert sich das Herzstück. Die 31-jährige Mittelfeld-Direktorin verlängert ihren Kontrakt bis 2027, damit bleibt die Kapitänin der Rekordmeisterin dort, wo sie seit sechs Jahren das Tempo vorgibt.
München ist kein klub, es ist ihr wohnzimmer
193 Pflichtspiele, 58 Treffer, vier Meisterschaften, ein Pokal – keine Akteurin im aktuellen Kader trug das Rot-Weiß häufiger als Dallmann. „Ich bin stolz, Teil dieser Entwicklung zu sein“, sagt sie knapp, aber mit diesem entspannten Unterton, der ihre Interviews so unaufgeregt macht. Für Rech ist die Verlängerung „selbstverständlich“: „Linda spielt eine herausragende Saison, sie ist unser Motor und unser Kompass.“
Der Schritt kommt zur richtigen Zeit. Nach dem Double 2025 steht der Kader vor dem nächsten Umbau: Simon, Grohs, Gwinn – alles Langzeit-Kräfte, die sich um Dallmann gruppieren. Mit Jovana Damnjanovic bildet sie das Gerüst, das die Münchnerinnen von der Konkurrenz in Wolfsburg und Frankfurt abhebt. Dallmanns Handschrift erkennt man an der Schnittstelle von Defensive und Angriff: Sie gewinnt den Ball, schaltet um, trifft wenn nötig selbst. Kurz: Sie macht die Dinge, die in Statistiken untergehen, aber in Kabinen höchstes Ansehen erzeugen.

Vertrauen statt verhandeln
Die Gespräche dauerten keine zwei Wochen. Dallmann wollte keine Marktwert-Eskalation, kein Pokerspiel. „Ich fühle mich wohl, meine Familie ist hier, warum wechseln?“ sagt sie und streicht sich die Haare aus der Stirn, als wäre das die selbstverständlichste Antwort der Welt. Für den Verein bedeutet das Planungssicherheit: Ein Leader bleibt, die Nachwuchsspielerinnen erhalten ein Vorbild, das nicht durch Wechselgerüchte blockiert wird. Die Botschaft nach außen: Bayern baut nicht nur auf Stars wie Pajor oder Bühl, sondern auf Kulturträger.
Die Zahl, die niemand so recht nennt, aber alle kennen: 74 Länderspiele, 15 Tore. Dallmann war nie die laute DFB-Präsenz, aber stets die Stammkraft, die Bundestrainerin Hegering in kritischen Phasen auf den Rasen schickt. Ihre Erfahrung fließt zurück in den Club – beim Training, in Videoanalysen, im Kraftraum. Wer mit ihr sprintet, merkt schnell: Tempo ist eine Frage der Einstellung, nicht der Geburtsurkunde.
Nächster Halt: Champions-League-Viertelfinale Anfang April. Dallmann hat die Play-downs gegen Real Madrid noch vor Augen, weiß, dass die Saison erst dann als ganz gewertet wird, wenn Europas Spitze dran glauben muss. „Wir wollen international den nächsten Schritt“, sagt sie. Kein Slogan, eher eine Drohung im Tonfall eines Mittelfeldgenerals.
Am 19. März 2026 also die Unterschrift, am 20. März geht’s weiter. Dallmann wird nicht lange feiern, sie hasst Selbstbeweihräucherung. Stattdessen steht sie um 9 Uhr auf dem Trainingsgelände in München-Fröttmaning, pfeift die Runde zusammen, schreit: „Let’s go, Mädels!“ Der Vertrag bis 2027 ist unterschrieben, der Fahrplan für weitere Titel liegt auf dem Tisch. Und Linda Dallmann? Die trägt ihn gleich mit – als nächste Fahne, nächste Meile, nächstes Kapitel.
