Dabrowski platzt der kragen: dfb ermittelt nach schiri-attacke in mannheim

Christoph Dabrowski ist ein Vulkan. Nach dem 1:2 in Mannheim ist er geplatzt – und der DFB kocht mit. Der Erzgebirge-Aue-Trainer muss sich wegen seiner Tiradegegen Schiedsrichter Timon Schulz vor dem Kontrollausschuss verantworten.

Das wembley-tor von boyd war der zünder

Es war die 88. Minute im Carl-Benz-Stadion. Terrence Boyd zog ab, der Ball klatschte von der Latte auf den Rasen – zurück, nicht drin. Schulz zeigte Tor, Dabrowski tobte. Die TV-Bilder zeigen: Kein Tor, klar und deutlich. Der Ex-Profi schnappte sich Mikrofon und Kamera und ließ alles raus: „Das sehe ich von 80 Metern, dass der Ball nie im Tor war.“

Was folgte, war keine Pressekonferenz, sondern ein Shitstorm live. Schulz? „Ich habe ihn gefragt, wie alt er ist und ob er berechtigt ist, ein Drittligaspiel zu pfeifen.“ Der 29-jährige Referee stand plötzlich selbst im Kreuzfeuer – stellvertretend für jene Schiri-Debatte, die die 3. Liga seit Wochen beschäftigt.

Die bilanz ist eine bankrotterklärung

Die bilanz ist eine bankrotterklärung

Aue liegt auf Platz 18, neun Punkte hinter dem rettenden Ufer. Dabrowski kam Anfang Februar, holte in acht Spielen zwei Zähler – 0,25 Punkte pro Partie, die zweitschlechteste Quote der Vereinsgeschichte. Kein Sieg, kein Funke, keine Perspektive. Die Mannschaft wirft Tore weg, der Trainer wirft Worte raus.

Der DFB wird nun prüfen, ob es Beleidigung, Unsportlichkeit oder beides war. Sollte der Nachruf auf Schulz’ Kompetenz als „nicht liga-tauglich“ gewertet werden, drohen mehrere Spiele Sperre. Dann müsste Co-Trainer Lars Fuchs die Bank übernehmen – mit einem Kader, der ohnehin nur noch aus Angst spielt.

Am Samstag kommt Viktoria Köln. Die Veilchen brauchen Punkte, Dabrowski braucht Ruhe. Aber er hat sich selbst zum Geisel genommen. Wenn der Coach vor dem Kontrollausschuss erscheint, wird er nicht nur die Szene erklären müssen, sondern auch, warum Aue seit 270 Minuten kein Tor mehr geschossen hat. Die Antwort liegt nicht beim Schiedsrichter, sondern auf dem Platz – und der ist längst kein Spielfeld mehr, sondern ein Minenfeld.