Dabrowski bricht nach dem 14. debakel zusammen: „ein gammeltor schmeißt alles um“

Die Veilchen haben sich wieder selbst zerlegt. Nach dem 1:3 gegen Alemannia Aachen schwappt im Erzgebirge nicht nur Frust, sondern blankes Entsetzen. Christoph Dabrowski stand vor den Kameras von MagentaSport wie angewurzelt, als hätte jemand dem Coach den Stecker gezogen.

Ein einzelner moment, der alte wunden aufreißt

„In der ersten Halbzeit hätten wir in Führung gehen können“, brach es aus dem 47-Jährigen heraus. Dann kam das vermaledeite 0:1. „Durch so ein Gammeltor“, spuckte er die Silben aus, als wäre das Wort selbst schon bitter. Die Spieler trugen fortan einen Rucksack voller Beton. Die Leichtigkeit war weg, die Körpersprache klapperte. Aue kassierte das 14. Saison-Debakel – und damit die reale Todeszufuhr für den Klassenverbleib.

Die Zahlen sind gnadenlos: 45 Gegentrefter nach 28 Spielen, kein Klub in Liga drei leckt häufiger. Dabrowski zuckt mit den Schultern: „Wir blicken der Realität ins Auge. Die Realität ist, dass wir zu viele Gegentore kassieren.“ Wer so verteidigt, fällt durch die Trapdoor.

Jannic ehlers: „mir geht es beschissen“

Jannic ehlers: „mir geht es beschissen“

Stürmer Jannic Ehlers sprach das aus, was in der Kabine brodelt. „Ich weiß nicht, warum es heute nicht geklappt hat“, sagte der 23-Jährige, sichtlich mitgenommen. „Das bricht uns das Genick.“ Dennoch: Aufgeben kommt für ihn nicht infrage. „Wir müssen weitermachen, Punkt.“

Für die Fans war die zweite Hälfte ein kurzer Hoffnungsschimmer. Das 1:2 durch das Anschlusstor bescherte kurzen Lärm. Doch die Euphorie verpuffte, weil Aachen eiskalt nachlegte. Dabrowski biss die Zähne zusammen: „Wir hätten mehr Tore schießen müssen, um das Spiel in unsere Richtung zu drehen.“

Nun steht der Blick nach vorne. Wenn auch nur auf einen Abstiegskeller, der immer tiefer wird. „Ich versuche den Jungs jede Woche zu vermitteln, dass wir mit breiter Brust auftreten“, betonte der Trainer. Dabei weiß auch er: „Es ist nicht immer einfach.“

Die Mission für die letzten zehn Spiele lautet: nichts verschenken. Für Aue heißt das, die Scharte auszuwetzen und möglichst viele Punkte zu klauen – auch wenn die Liga drei für die Veilchen längst ein Pulverfass ist.