Curry zögert mit karriereende – 38 und noch lange nicht fertig
Stephen Curry spielt seine 17. NBA-Saison, schießt immer noch mit den Augen eines Kindes – und muss sich trotzdem fragen lassen, wie lange das gut geht. Am Samstag wurde er 38, seit Wochen steht er wegen Knieproblemen auf der Tribüne, und die Warriors rutschen ohne ihn in der Tabelle nach unten. Die Liga wird älter, schneller, gnadenloser. Curry weiß das. Er spürt es jeden Morgen.
Der körper schlägt zurück – und curry hört genau hin
„Der Körper ist der erste Anhaltspunkt“, sagt er im Gespräch mit The Athletic. Was er meint: Früher reichte ein Shake, heute braucht er zwei Stunden Aufwärmprogramm, Eis, Tape, Physiotherapie, Meditation. „Wenn ein Gegner an der Freiwurflinie zu mir sagt, ich solle langsamer laufen, weiß ich, dass ich meine Arbeit mache“, schmunzelt Curry. Das Kompliment ist Programm. Wer ihn kennt, weiß: Er hasst Pause mehr als Niederlagen.
Doch die aktuelle Zwangspause zwingt ihm eine Antwort ab. Seit Ende Januar ist er außer Gefecht, zunächst hieß es „ein paar Tage“, dann „Wochen“, nun redet niemand mehr von Terminen. Die Warriors verloren sieben der letzten zehn Spiele, rutschen auf Platz neun der Western Conference und wissen: Ohne ihren Kapitän droht der Play-in-Krimi. Curry selbst redet das klein. „Ich verliere mich immer noch im Spaß. Das ist mein Platz.“

40 Ist keine zahl, sondern eine einstellung
Andere Sterne seiner Draft-Klasse sind länglich verschollen oder in Rollenplayer verwandelt. Curry dagegen wirft noch immer 40 Prozent von jenseits der Dreierlinie und trainiert wie ein Rookie. „Ich hatte immer die Einstellung, derjenige mit der besten Ausdauer zu sein“, sagt er. Die Daten bestätigen: In den 39 Partien vor der Verletzung lag sein Usage-Rating bei 26,8 – nur minimal unter dem Karrieredurchschnitt. Die Beine zittern, der Schuss sitzt.
Die Frage bleibt: Wann ist Schluss? Curry antwortet nicht mit Jahren, sondern mit Gefühlen. „Sobald ich merke, dass ich das Spiel nicht mehr beeinflussen kann, bin ich weg.“ Bis dahin will er „Mentor, Anführer, Vorbild“ sein – und vielleicht noch einen Titel. Die Warriors haben im Sommer Kapraum, die nächste Draft-Klasse gilt als stark. Die Front Office hält die Hand auf dem Puls, doch alle Moves hängen an Currys Entscheidung.
Er selbst schaut nicht auf die Uhr. „Der Wettkampf, das Streben nach etwas, das wirklich zählt – das treibt mich an.“ Solange die Knie mitspielen, spielt er. Und wenn sie streiken? Dann steht er eben an der Seitenlinie, feuert die Jungen an und plant den nächsten Comeback-Tag. In Oakland hat man gelernt: Currys Uhr tickt anders. Sie stoppt nie – sie verschiebt sich nur.
