Hoeneß zerlegt dingert: dfb kontert mit harten fakten

Uli Hoeneß lässt wieder einmal die Bombe platzen. „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe“, donnert der Ehrenpräsident des FC Bayern nach dem 1:1 in Leverkusen. Der DFB antwortet binnen Stunden – und liefert Zahlen, die den 74-Jährigen in die Ecke stellen.

Der Grund für die Entgleisung: Christian Dingert lehnte zwei Bayern-Tore wegen Handspiels ab, schickte Nicolas Jackson mit Rot vom Platz und verpasste Luis Díaz in der 87. Minute Gelb-Rot wegen einer vermeintlichen Schwalbe. Kompany sprach von einer „wichtigen Fehlentscheidung“, Eberl flog nach dem Schlusspfiff direkt in den Schiri-Raum. Dingert gab seinen Fehlgriff bei Sky sofort zu: „Gelb-Rot ist sehr hart, das würde ich jetzt nicht mehr so geben.“

Dfb zieht die daten-kanone auf

Dfb zieht die daten-kanone auf

Alexander Feuerherdt, Medienchef der DFB-Schiri GmbH, lässt Hoeneß’ emotionalen Ausbruch nicht stehen. „Vor allem die spielrelevanten Entscheidungen waren korrekt oder zumindest vertretbar – mit Ausnahme der Gelb-Roten Karte, wie Schiedsrichter Christian Dingert ja auch selbst eingeräumt hat“, sagt er zur AZ. Die Botschaft: Wer den Unparteiischen komplett verreißt, ignoriert 90 Minuten solide Arbeit.

Die Statistik liefert eine klare Sprache. Laut DFB-Interna lagen 97 Prozent aller Dingert-Entscheidungen innerhalb der Toleranz, nur die Díaz-Szene fiel heraus. „Vielleicht hat es die Meinung von Uli Hoeneß beeinflusst, dass die Mehrheit dieser spielrelevanten Entscheidungen gegen den FC Bayern getroffen wurde“, wirft Feuerherdt ein. Der Nebenklang: Der Rekordmeister ist nicht automatisch das Opfer, nur weil er mal hadert.

Bayern-Intern brodelt es trotzdem. „Es fühlte sich an, als wäre alles 50:50 gegen uns“, so Eberl. Doch die Zahlen zeigen: Die Meisterschaft wird nicht in Leverkusen verloren, sondern an Tagen, an denen die eigene Chancenverwertung versagt. Denn wer zwei Tore wegen Handspiel kassiert, sollte vielleicht auch die Hände besser im Taschenversteck haben.

Der DFB pocht auf Transparenz, Dingert hat sich öffentlich blamiert – und Hoeneß? Der wird weitermachen, wie er es seit Jahrzehnten tut: laut, unerbittlich und mit dem Gefühl, dass der FC Bayern immer ein Stück weit im Mittelpunkt der Welt dreht. Die Realität sieht nüchterner aus: Selbst ein Schiri kann mal daneben liegen, ohne gleich der schlechteste aller Zeiten zu sein.