Crespo-pérez jagt afrikas pokal vor dem cas: warum senegal jetzt den titel zurückfordert
222 Millionen Euro kassierte er einst für Neymar, verteidigte Messi und beriet FIFA, Real Madrid, den FC Barcelona – nun will Juan de Dios Crespo-Pérez den Afrika-Cup nach Dakar holen. Der spanische Starjurist reicht beim Internationalen Sportgerichtshof ein, was er als „grob fahrlässigen Justizirrtum“ bezeichnet: Die Entscheidung der CAF, Marokko nachträglich zum Champion 2025 zu erklären, ist für ihn juristisch wertloses Papier.
Die 3:0-umkehrung, die niemand kommen sah
18. Januar, Pretoria: Senegal gewinnt das Finale 1:0. 17. März, Kairo: Die CAF revidiert das Ergebnis posthum zu 3:0 für Marokko – weil die Löwen von Teranga angeblich „ohne Erlaubnis“ den Platz verließen. Crespo lacht trocken: „Ein Schlag ins Gesicht aller Regelbücher.“ Seine Beweisliste liest sich wie ein Lehrbuch für Prozessstrategen: Schiedsrichter-Notizen, zwei Spielunterbrechungen, ein Protestschreiben innerhalb der 24-Stunden-Frist. „Der Pfiff war durch, das Spiel lief weiter – Punkt.“
500 CAS-Verfahren stehen auf seinem Lebenslauf, dazu Seminare in Dakar. „Kollegen aus Senegal fragten: ‚Kapitän, nimm das Ruder.‘ Ich sagte sofort ja.“ Was folgt, ist eine Medienshow im Herzen von Paris. Anwalt Seydou Diagne wirft der CAF „undurchsichtige Einflussnahme“ vor, ohne das Wort Korruption auszusprechen. Crespo zückt stattdessen Präzedenzfälle: TAS-Urteile aus 2012 und 2017, die kläglich machen, wann eine Partie offiziell endet – nämlich mit dem Schlusspfiff, nicht mit einem Funkloch in der Pressekonferenz.

Die millionenfrage: wird der pokal tatsächlich umziehen?
Das Tribunal in Lausanne entscheidet voraussichtlich im September. Sollte Marokro den Titel behalten, wäre es der erste Continental-Pokal, der nicht auf dem Rasen, sondern in einem Büroblock verliehen wird. Crespo zieht die Reißleine: „Dann können wir Weltmeisterschaften künftig per Zoom vergeben.“ Für Senegal geht es um mehr als Silberware: Die Prämien der CAF (15 Millionen Dollar), Sponsorengelder, Image. Für Crespo um seinen Ruf als Mr. Unbeatable. Er lässt durchblicken, dass er interne CAF-E-Mails und Schiedsrichter-Aufzeichnungen besitzt. „Wir werden sie zur rechten Zeit präsentieren.“
Die Uhr tickt. Marokko reiste schon mit dem Pokal durch Rabat, Senegal organisiert Fan-Karawanen. Der Jurist, der einst Barças Notare organisierte, schließt mit einem Seitenhieb: „Fußball ist ein Spiel der Tore, nicht der Tuschelskandale.“ Fällt das Urteil für Senegal, dürfte der Pokal erneut durch den Atlantik fliegen – diesmal begleitet von einem Anwalt, der Neymars 222-Millionen-Scheck schon einmal sicher ans Ziel brachte.
