Cremoneser blitz-entlassung: nicola fliegt nach horror-run – giampaolo zurück an der seidenkette
Ein einziger Satz im offiziellen Portal, und Davide Nicola ist Geschichte: „Die US Cremonese entlässt ihren Cheftrainer mit sofortiger Wirkung.“ Kein Dank klingt so kalt wie der Wind, der seit Montag durchs Giovanni-Zini-Stadion pfeift – 4:1 gegen Florenz, vierte Niederlage in Serie, 24 Punkte, Platz 18. Die Entscheidung fiel noch in der Nacht, um 01:47 Uhr unterschrieb Präsident Paolo Rossi die Kündigung, bevor die Lichter der Pressezelle überhaupt warm wurden.
Giampaolo kehrt zurück – ein déjà-vu mit haussegen
Als Nachfolger hat die Geschäftsführung keinen Neuen, sondern einen Alten geholt: Marco Giampaolo, 56, der Cremona bereits 2014/15 in die obere Tabellenhälfte führte. Sportdirektor Andrea Toccaceli bestätigte gegenüber TSV Pelkum Sportwelt: „Wir brauchen keine Experimente, wir brauchen eine DNA, die Marco kennt.“ Giampaolo unterschrieb bis Juni 2027, soll schon am Mittwoch das erste Training leiten – mit derselben Stimme, die einst die Seidenkette der Lombardei rockte.
Doch die Zahlen, die ihm auf dem Schreibtisch liegen, sind gnadenlos. Seit dem 7. Dezember holte Cremonese nur vier Zähler aus 15 Spielen. Die letzte Pleite gegen die Viola war keine Ausrutscher, sondern die logische Folge eines 2:25-Torschuss-Verhältnisses in den letzten vier Partien. Leonardo Sernicola brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Wir laufen wie Betrunkene durchs Mittelfeld.“

Die kabine zittert – lecce wird zum endspiel
Am Sonntag wartet schon der Gefechtslauf: Auswärts bei Lecce, jene Truppe, die Giampaolo vor zwölf Monaten vor dem Abstieg rettete. Die Bezeichnung „corsi e ricorsi“ haben die Buchmacher bereits auf 2,30. Für Cremonese heißt es: Sieg oder Relegation-Roulette. Die Abstände sind lügnerisch – drei Punkte zum rettenden Ufer, aber Verona und Sassuolo haben ein Spiel weniger.
Die Fans reagierten mit gemischten Gefühlen. Il Comandante, jene ultra-Gruppe hinter dem Südtor, postierte ein Banner: „Nicola, grazie per la passione, aber die Tabelle schreit.“ Auf Social Media kursiert ein Video, wie ein Vater seinem Sohn erklärt, warum Daniel Ciofani plötzlich wieder in der Startelf stehen könnte – Giampaolo schwört auf den erfahrenen Target Man.
Fakt ist: Die Cremonese hat 48 Stunden, um eine Idee zu finden, wie man 20 Punkte in 14 Spielen wieder aufholen kann. Sonst wird die Seidenkarte zur Abstiegsfahne. Und niemand will in der Serie B spielen, wo die TV-Einnahmen schrumpfen und die Trikotsponsorings wegbleiben.
