Phil foden: vom shootingstar zum bankdrücker – was pep mit ihm macht

Er war der Mann, der Wembley in Ekstase versetzt hat – heute sitzt Phil Foden beim wichtigsten Spiel des Jahres auf der Holzbank. Manchester City scheitert an Real Madrid, der 25-Jährige kommt nicht mal zum Zug. Was ist aus dem Jahrhunderttalent geworden?

Champions-League-Achtelfinale, Rückspiel, 0:1-Rückstand. Da schreit das Etihad nach Kreativität. Doch Pep Guardiola schickt De Bruyne, Grealish, Bernardo – nur nicht Foden. Der Engländer stapft einmal aufwärmen, setzt sich wieder. 82. Minute, erstes Offensiv-Wechseln: Doku kommt. Foden bleibt sitzen. Die Botschaft ist kalter als die Manchester-Nacht.

Die Zahlen sind brutal: Seit Jahresbeginn nur 642 Minuten in der Premier League, kein einziger 90-Minuten-Einsatz. Dreimal saß er komplett draußen, viermal wurde er vor Schluss runtergenommen. Tore? Null. Assists? Einer. Das war er nicht, das ist der neue Phil.

Die 47 wird zur null – was hinter den kulissen passiert

Die 47 wird zur null – was hinter den kulissen passiert

Intern heißt es, Foden sei „gesund und bereit“. Doch die Blicke im Training sind länger geworden. Kollegen wundern sich, wie oft er Positionswechseln folgen muss – mal rechts, mal Zehner, mal falsche Neun. Stabilität sieht anders aus. Guardiola lobt ihn noch, aber wie ein Schuldirektor den Ehrenamtlichen: „Phil kann alles.“ Nur eben gerade nichts richtig.

Die Konkurrenz hat zugelegt: Foden war der Joker, als City das Triple holte. Jetzt ist Doku schneller, Grealish dribbelt enger, Alvarez trifft aus 25 Metern. Und Foden? Er wartet. Und wartet. Und verliert sich selbst.

Englands sonne verglüht – was southgate jetzt plant

Englands sonne verglüht – was southgate jetzt plant

Gareth Southgate baut seine EM-Liste um Stammkräfte. In der Zehner-Position stehen Bellingham, Maddison, Palmer – allesamt in Form. Foden rutscht ab, von „unverzichtbar“ zu „vielleicht“. Das Lied „He’s on fire“ haben die Fans zuletzt in Köln gesungen, danach kam Funkstille. Die Angst: Wenn er bei City nicht durchstartet, fehlt ihm der Rhythmus für die Endrunde. Und England ohne ihn? Das wäre, als würde man die Beatles ohne Gitarre auftreten lassen.

Die Ironie: City verlängerte im Januar seinen Vertrag bis 2027. Die Ablöse wäre astronomisch, doch wer zahlt 100 Millionen für einen Spieler, der gerade mal Kurzeinsätze erhält? Barcelona schaut, Liverpool schaut – aber keiner schlägt zu. Der Markt wartet ab, ob Pep ihn wiederbelebt oder ob Foden selbst die Flucht ergreift.

Morgen ist Watford im Pokal. Die Daumen drücken sich Foden, während er die Stutzen hochzieht. Vielleicht gibt’s 20 Minuten, vielleicht ein Tor. Vielleicht ist es der Anfang vom Ende – oder das Ende vom Anfang. Eines ist klar: Wer einmal Wembley erleuchtet hat, der verglimmt nicht einfach. Aber er verglüht, wenn niemand die Flamme schützt.