Cottbus steht vor dem aufstieg: 6.000 fans reisen mit, das jahnstadion bebt

450 Kilometer, ein einziges Spiel, zwei mögliche Geschichten: Entweder feiert Energie Cottbus am Samstag den Sprung in die 2. Bundesliga – oder erlebt den kollektiven Kater auf Rang vier. Der Jahnstadion-Express rollt nach Regensburg, und mit ihm 6.000 Lausitzer, die schon vor Anpfiff singen.

Das szenario in einem satz: gewinnen reicht, verlieren darf niemand anders

Die Zahlen sind gnadenlos klar. Bei 69 Punkten und +20 Toren liegt Cottbus vor dem 38. Spieltag auf Platz zwei. Gewinnt die Wollitz-Elf, ist die Mission erfüllt. Ein Remis? Dann muss Duisburg zu Hause gegen Köln maximal mit drei Toren Differenz siegen – und Essen in Ulm kein neun-Tore-Kunststück vollbringen. Verliert Energie, dürfen weder die Zebras noch die RWE-Fans jubeln; sonst wird aus dem Traum Relegation oder – im worst case – Platz vier.

Die Rechnung ist simple, der Druck trotzdem gigantisch. „Wir fahren nicht, um zu verteidigen, wir fahren, um anzugreifen“, sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz am Donnerstag bei der Pressekonferenz. Nach Wochen der Verletzungsmisere kann er erstmals wieder auf Kapitän Axel Borgmann und Top-Torjäger Tolcay Cigerci bauen – ein Psychoschub, der in der Kabine spürbar ist.

Regensburg hat nichts zu verschenken – und die statistik auf seiner seite

Regensburg hat nichts zu verschenken – und die statistik auf seiner seite

Der SSV ist zwar bereits sicherer Mittelmaß, doch die letzten sieben Pflichtspiele gegen Cottbus verlor keines. Drei Remis, vier Siege – das ist das unbequeme Resümee für die Lausitzer. Im Hinspiel verschenkte Energie eine 2:0-Führung und nahm mit dem 2:2 immerhin einen Punkt mit. „Das war eine Lehrstunde“, sagt Moritz Hannemann, dessen Jubelbild nach dem 3:2 gegen Wiesbaden mittlerweile durch sämtliche sozialen Kanäle geistert. „Wir wissen, wie schnell es kippen kann.“

Deshalb trainierte Wollitz diese Woche nicht nur Varianten im Aufbauspiel, sondern vor allem die mentale Stabilität. Wer den Ball in Minute 80 noch sicher durch die eigene Hälfte tragen will, muss vorher gelernt haben, mit dem Lärm der 6.000 mitgereisten Fans umzugehen. Die Choreografie steht, die Gesänge sind eingeübt, die schwarz-roten Fahnen bereits in Regensburg gelagert.

Tv-übertragung und audio-konferenz: kein cottbus-fan bleibt allein

Tv-übertragung und audio-konferenz: kein cottbus-fan bleibt allein

Um 13:25 Uhr startet der rbb sowohl im linearen TV als auch im Webstream die Liveschaltung aus dem Jahnstadion. Parallel dazu bietet rbb24 Inforadio eine Audio-Konferenz mit Einspielfunktion aus Duisburg und Ulm – perfekt für alle, die mit dem Autoradio zwischen den Stadien hin- und herschalten wollen. Die Bilder liefert Steffen Beyer von IMAGO, der auch das ikonische Hannemann-Foto schoss.

Die Redaktion von rbb Sport wird vor Ort mit zwei Kamerateams und einer Drohne arbeiten, um jede Emotion einzufangen – egal, ob es am Ende Tränen der Freude oder des Frusts werden. Moderator Andreas Friebel wird parallel zur Akustik auch visuelle Einspieler aus dem Fanblock senden, damit die Daheimgebliebenen spüren, wie sehr der Osten am Samstagmittag bebt.

Die Uhr tickt, die Busse sind verladen. In 48 Stunden wissen wir, ob Energie Cottbus wieder zweitklassig ist – oder ob eine Saison voller Offensivspektakel am letzten Tag doch noch ein unrühmliches Finale findet. Eines ist klar: 6.000 Stimmen werden das Jahnstadion zum Kochen bringen. Der Rest liegt am Rasen.