Corini packt aus: wie er baggio schlug und mancini vor den kopf stieß
Eugenio Corini mischt wieder in Brescia auf – und liefert dabei ein Geständnis nach dem anderen ab. Der Coach spricht über Jobs als Malerbursche, den Nationalteam-GAU und warum er Roberto Baggio beim Kartenknobeln in die Tasche spielte.
Vom hafenarbeiter zum zehner: karrierestart mit 15
„Ich war 15 und putzte Schiffe leer, bevor ich Farbe an die Wand schmierte“, sagt Corini rückblickend. Sein Vater Carlo schickte den Sohn bewusst auf die Baustelle, weil „Fußball allein kein Brot gibt“. Der Sprung zum Brescia-Klub folgte prompt, doch die Lektion blieb: „Ich habe gelernt, dass man sich alles erarbeiten muss.“
1990 zog es ihn zur Juventus, wo Trapattoni ihn mit Roberto Baggio auf ein Zimmer steckte. „Robi war der Superstar, ich der Rohdiamant“, erinnert sich Corini. „Abends spielten wir Pinnacola, niemand wollte verlieren – am Ende hatte ich meist die meisten Punkte.“

Der mancini-streit und das verpasste azzurri-debüt
In Genua krachte es: „Ich war jung und draufgängerisch, Mancini der Boss. Wir stritten, ich antwortete daneben – völlig daneben.“ Die Folge: Wechsel auf die Tribüne, Länderspiel-Pause. Denn genau da wollte Arrigo Sacchi den Mittelfeldspieler einweihen. „Ich stand bereit, doch Roberto fiel aus und Sacchi taumelte auf einen Stürmer um. Pech gehabt.“
Die Kreuzbandrupturen zwangen ihn schließlich, die Kapitänsbinde abzugeben. „Mit 28 hatte ich Angst, nie wieder zu laufen. In dieser Nacht dachte ich: Wenn du nicht mehr spielst, lenkst du eben die Mannschaft.“

Tonali und hjulmand: talente mit extra-gen
Als Trainer traf er auf Sandro Tonali, heute Milan-Regisseur. „Er hatte 18 und dachte wie 35 – Positionsspiel, Sprüche, Kaltschnäuzigkeit.“ Daneben hob er Morten Hjulmand hervor, den Corvino aus österreichischer Provinz zog: „Saß nur auf der Bank, doch sein Blick verriet Führung. Wir holten ihn – heute läuert ganz Europa auf ihm.“
Ziel: „Ich will Brescia wieder in die oberste Etage führen, wo die Stadt hingehört. 2019 feierten 20 000 Fans den Aufstieg – dieses Bild treibt mich.“
