Sinner startet heute: miami-mission gegen unbekannten
18 Uhr Ortszeit, 24 Grad Schatten, und ein Bosnier, der kein italienisch kann – das ist Jannik Sinners erste Prüfung in Miami. Der Weltranglistenerste, letztjähriger Champion, trifft heute auf Damir Dzumhur. Die beiden haben sich nie zuvor gegenübergestanden; ein leeres Blatt in der Datenbank, ein Risiko in der Sonne.
Warum dzumhur gefährlich ist
Dzumhur ist kein Tourist. Der 32-jährige Sarajewoer schlägt Slice, spielt mit dem Kopf und hat nichts zu verlieren. In seiner besten Woche schaltete er auf Sand bereits Nadal aus. Hartplatz ist nicht sein Liebling, aber die Geschwindigkeit in Miami passt zu seinem flachen Aufschlag. Sinner wird nicht viel Vorbildmaterial finden – außer einem YouTube-Video aus 2019.
Die italienische Delegierte ist indes auf zwei Beinen vertreten. Nach Mitternacht folgt Alexander Zverev gegen Martin Damm jr., ein College-Held mit 240 km/h zweiter Aufschlag. Davor muss Coco Gauff gegen Alycia Parks, eine Athletin, deren Schläger beim Impact knallt wie ein Feuerwerkskörper.

Errani/paolini vor sonnenuntergang
17.30 Uhr deutscher Zeit schlagen Sara Errani und Jasmine Paolini auf Court 3 auf. Gegnerinnen: Shuko Aoyama und Ingrid Neel. Das Match ist ein Schachbrett: Errani holt den Ball zurück wie ein Tennisballgewehr, Paolini schaltet in die Lücke. Ein Sieg und Italien hätte zwei Paare in der zweiten Runde – ein Trost für den Tag, an dem die Next Gen in Florenz schon wieder zu Hause sitzt.
Der Turnierdirektor hat das Stundenbuch genau kalkuliert: Pegula gegen Jones eröffnet den Stadium Court, Sinner folgt, Medvedev schließt den Tag ab. Ein Königsdreikampf in HD, serviert mit Lime-Tacos und kalter Margarita. Der Druck sitzt nicht nur in den Schultern des Titelverteidigers, sondern auch in den Servern der Streaming-Plattformen – die letzte Sinner-Partei brach kurz vor dem Matchball kurz zusammen.
Um Mitternacht wird Miami zur blauen Arena. Dann zählt nur noch, wer die Tiebreaks gewinnt und wer die Nerven verliert. Sinner hat 2024 hier gelernt, dass ein Turniersieg nicht nur Punkte bringt – er schreibt auch Geschichte. Heute beginnt Kapitel eins. Keine Statistik, kein Vorspann, nur ein Schläger und ein Ball. Und Dzumhur, der wartet, dass der Favorit zittert.
