Cora zicai fällt aus – wück muss kader kurz vor wm-quali umbauen
Cora Zicai bleibt
zu Hause. Die 21-jährige Angreiferin des VfL Wolfsburg packt wegen muskulärer Probleme nicht ein und verpasst damit die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Österreich. Christian Wück muss innerhalb von 48 Stunden umplanen.Wück reagiert sofort und holt mühlhaus
Die Lösung steht schon fest: Larissa Mühlhaus rückt nach. Die 22-jährige Stürmerin von Werder Bremen absolviert derzeit ihre dritte Saison in der Frauen-Bundesliga, erzielte in dieser Spielzeit bislang fünf Treffer und bereitete drei weitere vor. Für sie ist es die erste Einberufung in den Seniorenbereich. „Wir kennen ihre Dynamik und ihren Einsatzwille“, sagt Wück laut DFB-Mitteilung. „Sie bringt frische Impulse mit.“
Zicai selbst hatte gerade den Sprung zurück ins Team geschafft. Ihr letztes Länderspiel datiert vom Dezember 2025, ein 4:0 gegen die Niederlande. Die Verletzung wirft sie nun zurück auf Los. Der VfL bestätigte, dass die Reizung im Oberschenkelbereich bereits in der Länderspielpause vom April auftrat und in den vergangenen Tagen wieder akut wurde.

Termindichte belastet dfb-frauen zusätzlich
Die Partien gegen Österreich kommen zur Unzeit. Am 14. April empfangen die DFB-Frauen den Nachbarn in Nürnberg, vier Tage später geht es nach Ried. Beide Spiele gelten als Pflichtsiege, will die deutsche Auswahl die Tabellenführung in Gruppe A nicht aus der Hand geben. Die Spielerinnen kehren direkt nach den Bundesliga-Partien des vergangenen Wochenendes zurück in den Nationalkader. Das Programm: Dienstag Anreise, Mittwoch Doppelpass, Donnerstag Taktik, Freitag Abflug – ein Pensum, das selbst Routinierte an die Grenze bringt.
Trainer Wück muss nun auch die Startaufstellung umbauen. Neben Zicai fehlt mit Sydney Lohmann eine weitere Stammkraft im zentralen Mittelfeld. Ihre Achillessehnenreizung hält seit Wochen an. Die Lücke rückt jetzt womöglich Sara Däbritz ins Zentrum, die zuletzt in Paris länger pausierte und erst langsam wieder an Rhythmus gewinnt.

Zicai-ausfall wirft fragen nach belastungssteuerung auf
Der Fall Zicai wirft ein Schlaglicht auf die Belastungssteuerung. Die Stürmerin absolvierte seit Januar durchschnittlich 72 Minuten pro Pflichtspiel für Wolfsburg – ein Volumen, das sich über Monate summiert. „Wir gehen jeden Tag die Trainingsdaten durch“, sagte VfL-Trainer Tommy Stroot vor zwei Wochen. „Aber zwischen Theorie und Praxis klafft manchmal eine Lücke.“ Die Lücke ist jetzt sichtbar geworden.
Mühlhaus freut sich dennoch über ihre Chance. „Ich bin bereit“, sagt sie auf Nachfrage. „Ich kenne die meisten Mädels aus dem U-23-Team, das macht es leichter.“ Ihre Schnelligkeit könnte gerade gegen die österreichische Viererkette um Carina Wenninger gefährlich werden. Österreich steht mit nur einem Gegentor in den vergangenen drei Länderspielen da, doch die Außenverteidigerin von Bayern München ist selbst angeschlagen und trainierte zuletzt nur individuell.
Die DFB-Auswahl trifft am Montagmittag in Herzogenaurach ein. Für Zicai beginnt stattdessen eine Woche der Reha. Das Comeback im Nationalteam muss sie erneut aufbauen – und der Zeitplan wird enger. Die WM in Marokko rückt näher, jedes Länderspiel zählt. Wer jetzt ausfällt, verschenkt wertvolle Minuten. Die Konkurrenz schläft nicht. Und Mühlhaus will sie alle wach kriegen.
