Conte stellt neapel um: hojlund übernimmt, lecce setzt auf stulic

Um 18 Uhr im Stadio Diego Armando Maradona geht’s Schlag auf Schlag: Antonio Conte rotiert beim SSC Neapel auf fünf Positionen und leiht seinem 3-4-2-1 frisches Blut. In der Spitze rückt Rasmus Hojlund für den gesperrten Osimhen – ein Signal an die Kritiker, die dem Coach mangelnde Flexibilität vorwerfen.

Conte setzt auf hochgeschwindigkeit

Meret – Beukema, Buongiorno, Olivera; Politano, Anguissa, Gilmour, Spinazzola; Elmas, Alisson Santos; Hojlund. Die Aufstellung liest sich wie ein Kommando: Ballgewinn, sofortige Verlagerung, vertikaler Pass. Gilmour soll das Tempo diktieren, Anguissa räumt neben ihm das Mittelfeld. Die Außenverteidiger Olivera und Spinazzola sind de facto Flügelstürmer, weil Conte weiß: Gegen Lecce darf kein Zentimeter Spielfläure ungenutzt bleiben.

Hinter der Spitze kocht Elmas das Spiel, während Alisson Santos – erst 19, aber bereits mit Körpergrösse 1,86 m und Sprintstärke – den Gegner zwingt, doppelt zu decken. Dadurch gewinnt Hojlund Freiraum. Der Däne benötigte in der laufenden Saison durchschnittlich 73 Minuten für ein Tor, heute will er diese Quote verbessern.

Di francesco antwortet mit viererkette

Di francesco antwortet mit viererkette

Lecce-Coach Eusebio Di Francesco zieht die Notbremse und stellt auf 4-2-3-1. Falcone im Tor, Veiga und Gallo als aggressive Aussenläufer, davor das Duo Coulibaly/Ramadani, das laut StatsBomb 62 % der Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte gewinnt. Pierotti, Ngom und Banda hinter Spitze Stulic sollen die Neapler Kette durch temporeiche Dribblings auseinanderziehen. Die Marschrichtung: Frustration erzeugen und auf Konter lauern.

Die Statistik spricht gegen Lecce: Nur eines der letzten acht Auswärtsspiele gewann der Klub aus Apulien. Doch Di Francesco hat in den letzten Trainingseinheiten Standardsituationen geprobt – 34 % der Gegentore Napolis resultieren aus ruhenden Bällen. Eine Ecke, ein Freistoss, ein Vollspann – das könnte reichen, um die Partie zu kippen.

Die zahl des tages: 8

Die zahl des tages: 8

Acht Heimsiege in Folge feierte Neapel vor eigenem Publikum – so lautet der interne Rekord unter Conte. Sollte es heute der neunte Erfolg werden, würde der Tabellen-Abstand zur Spitze auf zwei Punkte schmelzen. Die Fans haben schon vor Anpfiff Schals schwingend eine Choreo vorbereitet: „Maradona schaut von oben“ steht in Azur auf Weiß. Emotionaler Auftakt inklusive.

Conte selbst wirkt gelöst, trotz Druck. Auf der Pressekonferenz sagte er: „Wenn wir denken, dass das Spiel vorbei ist, sobald wir das erste Tor erzielen, haben wir verloren.“ Klare Kante. Seine Spieler wissen: Ein Sieg heute bedeutet nicht nur drei Punkte, sondern auch Selbstvertrauen für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Arsenal in drei Tagen.

Der Countdown läuft. Der Ball rollt. Und im Maradona tobt wieder das Leben – mit oder ohne neuer Legende.