Como stürmt gegen roma: fabregas jagt champions-rausch am lago
Am Sonntagabend zittert der Lago di Como. Nicht wegen des Windes, sondern wegen einem Duell, das schon vor dem Anpfiff unter die Haut geht. Cesc Fabregas schickt seine Lariosi ins Sinigaglia – und kann mit einem Sieg gegen Roma die Champions-League-Tür aufstoßen. Drei Siege in Serie, sieben Unbesiegtheitsspiele, ein aufgehender Malen: Das sagt alles über den Moment der Gastgeber.
Roma reist mit koffer voller fragezeichen an
Die Giallorossi dagegen wirken wie ein Formel-1-Wagen mit Handbremse. Nur drei Auswärtssiege aus den letzten zehn Partien, dazu die Nachwehen des Euroderbys gegen Bologna. Trainer Gasperini muss seine Startelf kurieren, während Fabregas frei drehen kann. Die Statistik lügt nicht: Como kassierte in jenen acht Partien nur zwei Gegentore, Roma kassierte in den letzten fünf Auswärtsspielen sieben.
Die Wettmärkte reagieren. MyCombo von Sisal listet Doppelchance plus „beide treffen“ als Top-Quote – ein indirektes Eingeständnis, dass hier kein Favorit klar ist. Die Ecke-Wette ist weniger spekulativ: Roma führt die Serien-A-Corner-Tabelle mit 142 Standards (4,9 pro Spiel) an. Bei Como kommen noch 4,3 dazu. Die Summe? Mehr als zehn Eckstöße sind keine Wunschvorstellung, sondern eine Wahrscheinlichkeit von 63 %, gerechnet über die letzten zehn Heim-/Auswärtsdaten beider Teams.
Und dann ist da noch Donyell Malen. Sechs Tore in acht Liga-Einsätzen, zwei davon per Drehschuss aus dem Halbfeld. Sein xG-Wert von 0,78 pro 90 Minuten liegt im europäischen Top-Fünf-Prozent-Bereich. Wenn Roma’s Man-marker Smalling ausfällt, dürfte Malen sich wie ein Messer durch Butter bewegen.

Champions-league-platz oder winterdämmerung
Beide Klubs stehen bei 42 Punkten. Ein Sieg würde Como auf Relegationsplatz drei katapultieren – und gleichzeitig die Roma in die Dunkelzone der Winterpause schicken. Fabregas, noch ohne Coaching-Lizenz auf Europäer-Ebene, könnte mit einem Erfolg die Ausnahmegenehmigung forcieren. Die UEFA prüft bereits, ob seine bisherigen Assistenz-Scheine als Spieler-Betreuer ausreichen. Ein juristischer Spagat, der nur funktioniert, wenn der Sportliche stimmt.
Die Kurve im Sinigaglia wird schwarz-blau leuchten, 13.800 Fans haben sich Karten gesichert – Rekord seit dem Wiederaufstieg 2021. Laut Ultras-Infos gibt es ein Choreo zu Ehren der 1984er Aufstiegshelden, zugleich eine Kampfansage an die Roma-Ultras, die mit 1.500 Anhängern anreisen. Polizei und Präfektur haben ein Drei-Ringe-Konzept erarbeitet: Einmündung Via Cernobbio ab 17 Uhr gesperrt, Alkoholkontrollen bis zur Autobahn-Auffahrt A9.
Eröffnet wird der Abend mit einer Schweigeminute für den verstorbenen Como-Legende Stefano Cuoghi. Die Familie wird an der Seitenlinie sitzen. Emotionen garantiert – und genau diese Emotionen haben Roma in dieser Saison regelmäßig zu Fall gebracht. Die Giallorossi kassierten 40 % ihrer Gegentore nach Standards, 25 % nach schnellen Gegenstößen. Fabregas hat die Videoanalyse bestimmt gesehen.
Am Ende entscheidet womöglich eine einzige Szene: ein Malen-Sprint, ein Pellegrini-Foul, ein VAR-Check. Die Zahlen sind klar, die Stimmung ist greifbar. Wer hier nicht dabei ist, verpasst nicht nur ein Spiel, sondern möglicherweise die Geburtsstunde eines neuen Champions-League-Teilnehmers. Der Lago di Como ist bereit. Fabregas auch. Und Roma? Die muss endlich liefern, sonst wird es ein langer Winter.
