Colts binden jones per transition tag – und gehen ein riesiges risiko ein
Die Indianapolis Colts haben ihre Quarterback-Frage für die kommende Saison beantwortet – zumindest vorläufig. Daniel Jones erhält den Transition Tag und damit ein Jahresgehalt von 37,8 Millionen Dollar. Eine Menge Geld für einen Spieler, der sich in Woche 13 die Achillessehne gerissen hat und dessen Rückkehr zur alten Form alles andere als garantiert ist.
Der transition tag: geld sparen, kontrolle verlieren
Die Entscheidung gegen den teureren Franchise Tag spart den Colts rund sechs Millionen Dollar – der Franchise Tag hätte 43,9 Millionen Dollar gekostet. Klingt vernünftig. Aber der Haken ist erheblich: Mit dem Transition Tag darf Jones frei mit anderen Teams verhandeln. Einigt er sich anderswo auf einen Vertrag, können die Colts zwar nachziehen. Tun sie es nicht, verlieren sie ihren Starter ohne jede Kompensation. Kein Pick, kein Gegenwert. Nichts.

Vom backup zum breakout-star – und dann der einbruch
Jones' Geschichte in Indianapolis liest sich wie ein Drehbuch, das niemand so geschrieben hätte. Nach seiner Entlassung bei den New York Giants mitten in der Saison 2024, nach einer Backup-Rolle bei den Minnesota Vikings hinter Sam Darnold – kam er in der Offseason 2025 als Konkurrent für Anthony Richardson nach Indianapolis. Er setzte sich durch. Und dann spielte er den besten Football seiner Karriere.
In 13 Spielen warf Jones die zweitmeisten Yards seiner Laufbahn, erzielte 24 Touchdowns bei nur acht Interceptions und führte die Colts auf eine Bilanz von 8-2. Dann riss die Achillessehne. Eine der brutalsten Verletzungen im Sport. Die Saison war vorbei, bevor sie zu Ende gedacht werden konnte.

Die frage, die indianapolis nicht beantwortet hat
Ob Jones rechtzeitig zum Saisonstart 2026 fit wird, steht in den Sternen. Achillessehnenrisse bedeuten im besten Fall neun bis zwölf Monate Pause – und selbst danach ist der Spieler selten derselbe wie zuvor. Die Colts setzen also fast 38 Millionen Dollar auf einen Quarterback, der vielleicht nicht spielen kann. Und wenn er spielt, vielleicht nicht mehr so wie letztes Jahr.
Berechtigte Kritik gab es schon vor der offiziellen Verkündung. Jones zeigte eine starke Saison – aber eine Saison. Ob das Wiederholbarkeit bedeutet oder einen glücklichen Lauf, bleibt offen. Die Colts haben sich entschieden, das nicht weiter zu hinterfragen.
Alec pierce zahlt den preis
Die Entscheidung hat einen stillen Verlierer: Alec Pierce. Der Wide Receiver war der nächste Kandidat auf den Franchise Tag gewesen – für seine Position läge er bei 27,3 Millionen Dollar. Da ein Team pro Offseason nur einen Tag vergeben darf, ist Pierce nun so gut wie sicher auf dem Weg in die Free Agency. Ein Kollateralschaden, der in der Diskussion kaum Platz findet.
Die Colts haben gehandelt. Ob das mutig oder leichtsinnig war, wird die kommende Saison zeigen. Bis dahin gilt: 37,8 Millionen Dollar für einen Spieler auf Krücken ist kein Schnäppchen – das ist eine Wette.
