Ronaldo verletzt: wm-rekord trotzdem zum greifen nah

Schlechte Nachrichten aus Riad, aber kein Grund zur Panik: Cristiano Ronaldo hat sich Ende Februar beim 3:1-Sieg seines Klubs Al-Nassr gegen Al-Fayha eine Sehnenverletzung am linken hinteren Oberschenkel zugezogen. Der Klub bestätigte die Blessur am Dienstag offiziell. Zwei bis vier Wochen Pause, so lautet die Prognose. Für einen 41-Jährigen, der auf seine sechste WM-Teilnahme zusteuert, klingt das nach mehr als einer Randnotiz.

Die wm ist nicht in gefahr – noch nicht

Al-Nassr betonte ausdrücklich, dass Ronaldos Einsatz bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada durch die Verletzung nicht gefährdet sei. Das ist die offizielle Linie. Und ja, bei einem Ausfall von maximal vier Wochen bleibt genug Zeit, um rechtzeitig fit zu werden. Aber Muskelverletzungen dieser Art haben ihre eigene Logik. Sie kommen zurück, wenn man sie nicht ernst nimmt.

Ronaldo ist kein gewöhnlicher Fall. Er pflegt seinen Körper wie ein Hochleistungsgerät, schläft nach Berichten seines Umfelds bis zu zwölf Stunden täglich, ernährt sich strikt, trainiert obsessiv. Wenn jemand eine solche Verletzung in Rekordzeit übersteht, dann er. Aber das Alter spielt keine Ausnahmen, auch nicht für ihn.

Sechs wm-teilnahmen – ein rekord, den es noch nicht gibt

Sechs wm-teilnahmen – ein rekord, den es noch nicht gibt

Das eigentliche Gewicht dieser Geschichte liegt woanders. Tritt Ronaldo im Sommer tatsächlich an, wäre er der erste Spieler der Geschichte mit sechs WM-Teilnahmen. Bislang teilt er sich die Marke von fünf Endrunden mit einer handverlesenen Gruppe: Lothar Matthäus, der deutsche Rekordnationalspieler, steht auf dieser Liste. Und Lionel Messi auch.

Genau da wird es pikant. Messi, mittlerweile bei Inter Miami in der MLS aktiv, peilt mit Argentinien ebenfalls seine sechste WM an. Der ewige Rivale, dieselbe Zahl, dasselbe Ziel. Die Fußballgeschichte liebt solche Symmetrien.

Portugal wartet, die uhr tickt

Portugal wartet, die uhr tickt

Für Portugal kommt die Verletzung zur Unzeit. Der Kapitän des Europameisters von 2016 fehlt Al-Nassr in einer Phase der Saison, in der die Saudi Pro League auf die entscheidenden Wochen zusteuert. Sportlich ist das der Klub-Kontext. National ist es eine andere Rechnung: Ronaldo braucht Spielpraxis, Rhythmus, Vertrauen in den Körper.

Vier Wochen Pause, dann Aufbau, dann Saisonfinale in Saudi-Arabien, dann WM-Vorbereitung mit der Nationalmannschaft. Das Zeitfenster ist eng, aber es existiert. Ronaldo hat schon engere Fenster genutzt. Die Frage ist nicht, ob er es schafft. Die Frage ist, in welchem Zustand er ankommt.

Eines steht fest: Wenn er in Nordamerika aufläuft, schreibt er Geschichte. Ganz egal, wie das Turnier für Portugal endet.