Clásico-schiedsrichter hernández: kann er den ton angeben?
Madrid gegen Barcelona
– das Duell, auf das die Fußballwelt wartet. Und dieses Mal liegt die Spannung nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Pfeife des Schiedsrichters. Alejandro Hernández Hernández hat die Ehre, das Spiel am Sonntagabend im Camp Nou zu leiten. Ein Mann, dessen Entscheidungen oft kontrovers diskutiert werden, und dessen Vergangenheit im Clásico alles andere als unscheinbar ist.
Ein erfahrener mann, aber mit fragezeichen
Hernández Hernández ist sicherlich kein Unbekannter. Er gehört zu den erfahrensten Schiedsrichtern in La Liga und wird zudem zur WM in Katar reisen. Die Wahl des spanischen Schiedsrichterkomitees (CTA) ist daher, auf den ersten Blick, logisch. Doch die Geschichte zeigt: Im Clásico ist vieles möglich. Seine Reputation ist getrübt von einigen fragwürdigen Entscheidungen in der Vergangenheit, die das Ergebnis entscheidend beeinflusst haben könnten.
Die Statistik spricht für sich: Hernández Hernández neigt dazu, seine Spiele klar und deutlich zu regeln, mit durchschnittlich vier bis fünf gelben Karten pro Partie. Besonders bei Standardsituationen ist er streng und scheut sich nicht, Spieler zu ermahnen, die zu vehement sind. Aber auch hier birgt dies ein gewisses Risiko, denn die Spieler beider Mannschaften sind bekannt für ihre Cleverness und ihre Fähigkeit, Schiedsrichter zu provozieren.
Der Villamarín-Zwischenfall ist dabei ein besonders bitterer Nachgeschmack. Der „Geistertreffer“ des FC Barcelona im Spiel gegen Celta Vigo, der von Hernández Hernández und seinen Assistenten übersehen wurde, hallt noch immer nach. Der Schiedsrichter selbst räumte später ein, dass es sich um einen „groberen Fehler“ handelte, als er zunächst bereit war zuzugeben. Dieser Vorfall lässt den Glauben an seine Unparteilichkeit zweifeln.
Auch die VAR-Entscheidungen des Schiedsrichters sind nicht immer von Glück begünstigt worden. Interpretationen von Handspiel oder strittigen Toren haben in der Vergangenheit für hitzige Debatten gesorgt. Und obwohl die Mehrheit der Entscheidungen korrekt war, sind es eben diese wenigen Fehler, die im Gedächtnis bleiben.
Die Erinnerung an das letzte Clásico im Montjuïc, das Barcelona mit 4:3 gewann, ist noch frisch. Eine umstrittene Handball-Szene von Tchouaméni im Strafraum ließ die Anhänger des FC Barcelona die Zähne schmerzen, obwohl die Aktion letztendlich keinen direkten Einfluss auf den Spielausgang hatte. Es ist ein Beweis dafür, dass Hernández Hernández auch in den emotionalsten Momenten des Spiels für Kontroversen sorgen kann.
Das CTA mag ihn als einen der besten Schiedsrichter des Landes betrachten, aber viele Fans sehen in seiner Berufung eine riskante Entscheidung. Denn eines ist klar: Im Clásico wird jeder Augenblick auf seine Richtigkeit überprüft, und jeder Fehler wird gnadenlos aufgedeckt. Ob Hernández Hernández dem Druck standhalten und ein faires und unparteiisches Spiel leiten kann, wird sich am Sonntag zeigen. Ein falscher Schritt könnte die Saison für eines der beiden Teams entscheidend beeinflussen.
