Cigerci zertrümmert svww-traum in letzter sekunde
Tolgay Cigerci schlug in der 89. Minute ein wie ein Sechser im Lotto. Mit seinem linken Hammer aus 18 Metern versenkte er nicht nur den Ball unter die Latte, sondern auch die letzten Hoffnungen des SV Wehen Wiesbaden, die Sieglos-Serie endlich zu beenden. 19.666 Zuschauer im Stadion der Freundschaft jubelten, die Gäste aus Hessen standen mit offenen Mündern da – neun Spiele ohne Dreier, das ist jetzt Realität.
Schleimer bringt führung, hannemann antwortet sofort
Die erste Hälfte war kein Abstiegs-, sondern ein offener Schlagabtausch. Lukas Schleimer nutzte einen Abpraller von Marius Funk, um den SVWW in Führung zu bringen – ein Abstauber, so kalt wie ein Dezembermorgen. Vier Minuten später drehte Moritz Hannemann am rechten Strafraumeck auf, ließ Niklas May stehen und hämmerte flach zum Ausgleich ein. Die Lausitzer hatten vorher schon die Latte geküsst, jetzt war die Partie wieder offen.
Nach dem Seitenwechsel plätscherte das Spiel vor sich hin, bis Fatih Kaya in der 61. Minute plötzlich durchbrach. Sein Schuss streifte nur das Außennetz – die große Chance für die Gäste. Danach dominierte Cottbus, ohne zu glänzen. Erst als Cigerci in den letzten Atemzügen den Ball aus halblinker Position nahm und mit Gewalt versenkte, platzte der Knoten. Die Energie rückt damit auf Platz drei und hat die Relegation im Visier, während der SVWW mit 39 Punkten auf Rang 14 feststeckt – sicher, aber leer.

Letzter spieltag wird zur pflichtaufgabe
Am Samstag kommt die TSG Hoffenheim II ins BRITA-Arena. Für Wiesbaden kein Endspiel, aber eine Generalprobe für die eigene Würde. Trainer Marcus Mann muss sich fragen, wie er neun Spiele ohne Sieg erklärt – und ob er die Saison mit einem Erfolg versiegeln kann, damit die Fans nicht mit einem bitteren Beigeschmack in den Sommer gehen. Cottbus dagegen darf weiter träumen. Die Relegation ist nur noch zwei Punkte entfernt.
