Champions-league-halbfinale: atlético trifft auf arsenal – madrid wartet mit beben
Madrid zittert. Am Dienstag, 29. April, 21 Uhr, rollt im Estadio Metropolitano der Ball für das erste Halbfinale – und die Rojiblancos haben noch den Geschmack der verlorenen Copa-del-Rey-Finalniederlage gegen Real Sociedad auf der Zunge. Atlético schickt sich an, das Londoner Arsenal aus dem Wettbewerb zu kicken, doch die Gunners kommen mit dem Rücken zur Wand: nur ein Sieg aus den letzten sechs Pflichtspielen, die Premier-League-Spitze bereits aus den Händen gleitend.
Simeone zündet die nächste runde
Der Befreiungsschlag gegen Barça im Viertelfinale hat den Glauben zurückgebracht. Morata und Griezmann laufen wieder heiß, die Rojiblancos pressten im Achtelfinale und Viertelfinale 180 Minuten lang so intensiv, dass zwei Titelanwärter wackelten. Die Weste ist nun klar: wer den Colchoneros unterschätzt, fliegt raus.
Doch die Zahlen warnen. Atlético kassierte in den letzten drei Heimspielen der Königsklasse mindestens ein Gegentor – und genau dort setzt Mikel Arteta an. Mit Trossard und Saka im Turbo-Modus will Arsenal früh die Lücke zwischen den Madrilenen-Mittelfeldreihen finden. Die Gunners haben in der Gruppenphase die meisten Tore nach Balleroberungen im finalen Drittel erzielt; ein Indiz für ihre blitzschnelle Umschaltmaschine.

Arsenals angst vor dem aus
Der Druck ist enorm. Nach dem 0-2 gegen Aston Villa und dem Remis-Reigen folgte ein müdes 3-3 gegen Southampton – die einstige neun-Punkte-Führung in der Premier League schmilzt. Die Champions League bleibt die einzige Chance auf Silber, und das wissen die Spieler. Keeper Ramsdale war nach dem Viertelfinal-Krimi gegen Sporting Lissabon sichtlich mit den Nerven runter; nun soll er mit der Rückkehr von Saliba im Abwehrzentrum mehr Ruhe bekommen.
Die Auswärtsbilanz spricht gegen die Londoner: nur eines der letzten fünf K.o.-Spiele außerhalb der Insel ging an Arsenal. Dazu fehlt mit Martin Ødegaard eine der kreativen Leitungen – der Norweger laboriert an einer Sprunggelenksprellung. Arteta muss neu kombinieren, wahrscheinlich rückt Havertz ins offensive Mittelfeld, um die Räume für Saka zu öffnen.
Die Blicke liegen auch auf den Rängen: 67.000 Zuschauer werden laut UEFA erwartet, doch die Nachfrage übersteigt das Kontingent bei Weitem. Tickets sind nur noch über die offizielle Plattform des Veranstalters zu bekommen – ein Klickkrimi, bei dem die Preise für Category-1-Sitze bereits die 450-Euro-Marke knackten. Der Gewinner des Duells trifft im Finale auf Real Madrid oder Bayern München – ein Gedanke, der die Spieler in beiden Lagern zusätzlich anheizt.
Das Rückspiel steigt am 7. Mai in der Emirates Arena. Noch ist alles offen, doch die Uhr tickt. Wer in Madrid patzt, darf in London keine Fehler mehr machen. Die Champions-League-Saison 2023/24 findet ihre Vorentscheidung – und beide Teams wissen: dieses eine Spiel kann die Saison retten oder beenden.
