Champions league: real madrid vor dem albtraum?

Madrid bebt – und das nicht im positiven Sinne. Der bevorstehende Viertelfinal-Clash gegen den FC Bayern in der Champions League lastet schwer auf den Schultern der Königlichen. Selten war die Anspannung vor einem Duell mit den Münchnern so greifbar, die Saison könnte von diesem einen Spiel abhängen.

Die schicksalsfrage für real madrid

Die schicksalsfrage für real madrid

Die Lage ist ernst. In der Liga liegt Real Madrid vier Punkte hinter dem Erzrivalen FC Barcelona, im Pokal scheiterte man bereits überraschend an Albacete. Zwei titellose Saisons würden eine historische Durststrecke bedeuten – seit 16 Jahren hat man in Madrid nicht so lange auf Titel verzichtet. Nun droht die Wiederholung, und die Champions League ist der letzte Strohhalm. Intern herrscht die feste Überzeugung: Nur ein Halbfinaleinzug gegen Bayern gibt der Mannschaft die nötige Zuversicht, um auch den Henkelpott zu holen.

Doch die Bayern sind kein gewöhnlicher Gegner. Sie gelten in Spanien seit Jahren als „la bestia negra“, die schwarze Bestie. Die jüngsten Erfolge gegen Atalanta Bergamo haben den Respekt vor dem deutschen Rekordmeister noch einmal gesteigert. Das 6:1 im Hinspiel, bei dem die Bayern bereits nach 25 Minuten einen 3:0-Vorsprung herausgeschlagen hatten, sitzt den Madrilenen noch in den Knochen. Auch das Rückspiel war eine Demonstration von Dominanz.

Die Madrilenen zittern. Real Madrid fehlt es derzeit an einer klaren Spielstruktur. Vieles hängt von Superstars wie Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und dem verletzten Thibaut Courtois ab. Sein Vertreter, Andriy Lunin, wird nun vor einer enormen Aufgabe stehen. Seit dem Karriereende von Toni Kroos sucht Real verzweifelt nach einem spielerischen Konzept, das Xabi Alonso und Álvaro Arbeloa nicht liefern konnten.

Was die Situation für Real zusätzlich erschwert, ist die beeindruckende Leistung des FC Bayern. Die Dominanz, die Geschwindigkeit und die unbändige Mentalität der Münchner haben selbst die Verantwortlichen in Madrid in Staunen versetzt. Selbst das heimische Bernabéu mit seinen 84.000 Zuschauern verliert an Wirkung, denn die Bayern sind solche Kulissen gewohnt. Spieler wie Joshua Kimmich und Harry Kane sind in solchen Spielen bekannt dafür, ihre Leistung noch einmal zu steigern.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Talentförderung. Max Eberl, der Sportvorstand der Bayern, hat hier bewiesen, was man mit gezielter Arbeit erreichen kann. Maycon Cardozo, ein 17-jähriger Flügelspieler aus der Bayern-Akademie, hat bereits erste Bundesliga-Einsätze absolviert – ein Beispiel, an dem Real arbeiten muss. Während in Madrid massiv in den Nachwuchs investiert wird, fehlt bislang der Durchbruch eines eigenen Talents.

Das Duell mit dem FC Bayern ist somit für Real Madrid weit mehr als nur ein weiteres Champions-League-Spiel. Es ist eine Bewährungsprobe – und könnte den Ausschlag für die gesamte Saison geben. Die Königlichen stehen vor einer echten Herausforderung.