Ceuta festelt die klasse – und verliert sofort die stars: jetzt droht der große exodus

Die Luft im Estadio Alfonso Murata steht kurz vor dem Knall. Ceuta hat den Klassenerhalt so gut wie sicher, doch statt zu feiern, schlägt der Klub Alarm: Elf Leistungsträger laufen im Juni aus, drei Leihgaben kehren zurück – und die Jagd auf die Helden dieser Saison ist längst eröffnet.

Oviedo legt schon geld auf den tisch

Der erste, der gehen wird, heißt Youness. Der Mittelfeldstratege hat in 29 Spielen die Segel aufgezogen, die Presse in Oviedo spricht schon von „einer Hand schon unters Vertragspapier“. Der Real Oviedo, Tabellenletzter der LaLiga Hypermotion, will sofort zuschlagen, beiläufig schiebt der Klub 400.000 Euro nach Ceuta – ein Betrag, der dem abstiegsbedrohten Neuling die Rückrunde versüßen soll.

Doch Youness ist nur die Spitze. Die Innenverteidiger Carlos Hernández und Diego González haben 34 von 35 Pflichtspielen absolviert, ihre Verträge enden ebenfalls im Juni. Hinter den Kulissen kalkulieren Berater mit Handgeldern, die sich vor zwei Jahren noch dreistelligen Euro-Beträgen näherten – heute liegen die Forderungen bei fünfstelligen Summen pro Saison.

Verletzungspech treibt marktwerte nach oben

Verletzungspech treibt marktwerte nach oben

Kuki Zalazar und Rubén Díez mussten operiert werden, dennoch gelten sie als „gefragt wie warme Semmeln“. Zalazar, vor der Blessur an sieben Toren beteiligt, soll bei FC Cartagena bereits ein Vorvertrag angeboten bekommen haben. Díez‘ Berater schweigt beharrlich, doch Insider wissen: Zweitliga-Clubs haben sich in Ceuta eingekauft und die Leistungsdaten auf USB-Sticks mitgenommen.

Die Torhüter-Frage spaltet das Lager. Guille Vallejo hält die meisten weiße Weste der Liga (elf Nuller), Pedro López rettete in der Copa del Rey gegen Las Palmas mit zwei Paraden den Einzug in die nächste Runde. Beide wollen spielen, beide wollen verdienen – und keiner will die Nummer zwei sein.

Leihgaben kehren zurück – und nehmen 18 tore mit

Leihgaben kehren zurück – und nehmen 18 tore mit

Die Torschützenliste lügt nicht: Marcos Fernández (11), Marc Doménech (5) und Konrad de la Fuente (2) stehen für 18 der 41 Ceuta-Treffer. Am 30. Juni schließen sie die Koffer und reisen zurück – Espanyol, Mallorca und Lausanne verlangen ihre Talente zurück. Für Ceuta bedeutet das: 44 % der Tore weg, ohne dass ein Ersatz in Sicht ist.

Trainer José Juan Romero sitzt auf einem Pulverfass. Sein Vertrag läuft bis 2027, die Leistung spricht für sich: 1,61 Punkte pro Spiel, die beste Quote seit der Wiedergründung 2012. Doch der Ruf der Bundesliga hallt bereits. 1. FC Magdeburg soll Interesse signalisiert haben, SV Elversberg lauert ebenfalls. Romero schweigt, doch seine Berater reisen – das ist Fakt.

Nur fünf spieler haben noch ein jahr – und einer davon ist out

Die Liste der Gesichter, die 2025 noch in Ceuta sind, liest sich wie ein Notfallplan: José Joaquín Matos, Anuar, Marino Illescas, Manu Sánchez – und Cristian, der derzeit gar nicht mittrainingiert. Kreuzbandriss, Saison vorbei, Zukunft offen. Sportdirektor Manuel Ruiz muss innerhalb der nächsten acht Woche einen Kader neu erfinden, sonst droht der Absturz aus der Segunda Federación genauso schnell wie der Aufstieg gelungen war.

Die Uhr tickt. Am 12. Mai endet die Transferfrist für vorzeitige Neuverträge, danach dürfen Spieler ablösefrei verhandeln. Ceuta hat die Klasse – aber nicht die Stars. Wer jetzt nicht handelt, verliert sie alle. Und dann steht der Klub im Sommer da mit leeren Ränge, leeren Kassen – und einer Leistung, die nur noch Erinnerung ist.