Cesc fabregas domina, sergi roberto naucht: pelkum-analyse zum rom-spiel
Der Ball lief, Cesc Fabregas dirigierte, und plötzlich stand die Roma auf verlorenem Posten. Im Norden Lombardeis zeigte Como 1907, warum der Ex-Weltmeister als Coach gilt – und warum Sergi Roberto in Spanien besser aufgehoben wäre.
Fabregas’ notenblatt: ein komponist in stiefeln
Fabregas ließ seine Sechser-Kette tanzen, schnitt diagonale Laufbahnen wie ein Architekt, der weiß, wo die tragenden Säulen stehen. 78 % Ballbesitz nach 25 Minuten – das ist keine Statistik, das ist Demütigung auf Zeit. Ramon, links außen, spielte wie ein Jugendlicher, der gerade erfährt, dass ihm niemand die Geschwindigkeit nehmen kann. Da Cunha und Douvikas? Beide traten auf, als hätten sie den Vertrag schon unterschrieben und nur noch den Stempel vergessen.
Doch jenseits des Applaus blinkte ein Warnlicht: Sergi Roberto wirkte wie ein USB-Stick im falschen Port – technisch brauchbar, aber ständig mit Verbindungsabbruch. Seine 17 Ballverluste binnen 60 Minuten klingen harmlos, bis man merkt, dass sie jeden Konter Como im Keim erstickten. El Shaarawy und Malen bei den Giallorossi? Sie retteten sich mit Noten zwischen „ausreichend“ und „Gott-sei-Dank-nur-Einwechslung“. Das reicht, um eine Niederlage nicht zu verhindern, reicht aber nicht, um eine Saison zu retten.

Die frage, die rom jetzt quält
Trainer D’Aversa steht vor demselben Problem wie jeder, der gegen Fabregas’ Como antritt: Wenn der Gegner dir das Mittelfeld klaut, bleibt dir nur noch die Flanke – und die endet häufig beim gegnerischen Torwart. Die Roma kassierte in Como ihre fünfte Auswärtsniederlage in Serie, die erste unter der neuen Besitzer-Ära. Die Kurve pfiff nicht, sie schwieg. Schweigen kann lauter sein als jede Glocke.
Pelkum-Stat: In den letzten 14 Tagen verlor Rom 9 Punkte gegen Aufsteiger – so viele wie in der gesamten Vorsaison. Die Saison ist noch jung, aber die Tabelle lügt nie. Und Fabregas? Der lachte nach Abpfiff nicht, er notierte. Papier ist geduldig, der Taktikblock auch. Wer ihn unterschätzt, legt sich selbst ans Bein.
