Celta vigo landet in freiburg: aspas jagt den letzten titel
Der SC Freiburg bekommt es mit einem Gegner zu tun, der auswärts seine stärkste Waffe zieht. Celta Vigo reist mit dem Torriecher von Iago Aspas und einer Auswärtsbilanz, die selbst Topklubs nervös macht: 1,8 Punkte pro Spiel fern der Balaídos – das ist Champions-League-Niveau.
Galicier kommen mit meister-erfahrung
2003/04 schrieben die „Euro-Celta“ das größte Kapitel ihrer Geschichte. Achtelfinale der Champions League gegen Arsenal, 2:1-Sieg im Estadio Riazor, nur das Auswärtsgoal stoppte das Märchen. Seither trägt der Verein diesen europäischen Anspruch wie ein zweites Wappen. Trainer Claudio Giráldez, 34 Jahre jung, steht vor seinem 100. Pflichtspiel auf der Bank; er könnte am Donnerstag auf diese Tradition aufbauen – oder sie gegen den Breisgau entzaubern.
Die Zahlen sprechen klar: Celta holte in La Liga seit 15 Spieltagen nur Platz 6 oder 7, weil sie vor eigenem Publikum stottern. Zu Hause 1,1 Punkte, draußen 1,8 – eine Umkehrung der Normalverteilung. Beim 3:2 in Valencia am Sonntag fehlte Aspas, doch der Sieg lief wie ein Automatismus. Schwede Williot Swedberg schlug zweimal auf, die Flügel überranmen die Gegenseite. Diese Geschwindigkeit will Freiburg verhindern, sonst wird die Europa-Park-Stadion-Heimlichtuft zur Rutschbahn.

Aspas und die frage nach 90 minuten ruhm
Iago Aspas, 38, hat 242 Scorerpunkte seit 2000 – kein Spanier war in La Liga effizienter. Sein Vertrag endet im Juni, die Achillessehne meldet sich seit Wochen. Gegen Valencia fehlte er, gegen Freiburg könnte er nur Kurzeinsätze riskieren. „Ein Titel würde meine Verbindung zu den Fans krönen“, sagt er selbst. Trainer Giráldez hält die Tür offen: „Er weiß, dass wir ihn brauchen.“
Der SC kennt diese Dialektik. Matthias Ginter sprach nach dem Bayern-Frust von „24-Stunden-Fußball“ – die Niederlage in München soll Vergangenheit sein, Vigo droht als nächste Prüfung. Celta schlug in dieser Saison bereits Porto und Benfica auswärts, beide Male mit frühem Pressing und schnellem Umschaltmoment. Christian Streich wird seine Sechser-Kette wohl tiefer verlagern, um Swedberg und Strand Larsen den Zahn zu ziehen.
Die Partie ist mehr als ein Viertelfinale. Für Aspas die vielleicht letzte Chance auf europäisches Silber, für Freiburg das erste Halbfinale überhaupt. Wer die Auswärtsmacht der Galicier bricht, schreibt Geschichte – und vielleicht auch das Ende einer Liebesgeschichte, die 2003 begann und am Donnerstag ihren letzten Akt erleben könnte.
