Regionalliga-reform: hessen droht fußball-zoff!

Die Debatte um die zukünftige Ausrichtung der Regionalligen spaltet den hessischen Fußball – und das könnte bitter teuer werden. Während die DFL auf das umstrittene Kompass-Modell setzt, beharren die Vereine aus Südwest auf einer bewährten Lösung. Steht ein Hessen-Derby auf dem Spiel?

Die dfl drängt: vier ligen, neue strukturen

Die Forderung nach vier Aufsteigern in die 3. Liga ist unstrittig. Doch der Weg dorthin ist ein Minenfeld. Die DFL bevorzugt das sogenannte Kompass-Modell, bei dem künstliche Intelligenz die Liga-Zusammensetzung neu bestimmt. Klingt fortschrittlich, birgt aber massive Risiken für die etablierten Regionalligen.

Konsequenz: Die Regionalliga Südwest, ein Aushängeschild des deutschen Amateurfußballs, könnte Geschichte werden. Hessische Klubs wie der KSV Hessen Kassel oder die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz könnten plötzlich in einer völlig neuen Liga antreten – weit weg von ihren traditionsreichen Rivalen.

Südwest schlägt alarm: stabilität geht vor

Südwest schlägt alarm: stabilität geht vor

Die Vereine im Südwesten sind alarmiert. Der FSV Frankfurt, unter Geschäftsführer Robert Lempka, formuliert die Bedenken klar: „Ein Wechsel in ein komplexeres Modell ohne erkennbaren Mehrwert macht wenig Sinn.“ Die Angst vor unvorhersehbaren Veränderungen und wirtschaftlichen Risiken ist groß.

Besonders brisant: Die neue Ligazusammensetzung könnte Mitte Juni feststehen – mitten in der Saison! Das sorgt für Verwirrung und Unsicherheit. Der KSV Kassel sieht sich zudem als „Spielball“ und befürchtet, dass das prestigeträchtige Hessenderby gegen die Offenbacher Kickers – ein Magnet für die Fans – möglicherweise ausfällt. Eine Perspektive, die man sich im Club alles andere als wünscht.

Das regionenmodell: ein ausweg?

Das regionenmodell: ein ausweg?

Die Alternative zum Kompass-Modell ist das Regionenmodell, das bereits 2018 vorgeschlagen wurde. Hier würden die bestehenden Regionalligen West und Südwest erhalten bleiben, während die anderen Ligen neu strukturiert würden. Ein möglicher Kompromiss: Die Eingliederung thüringischer und sächsischer Teams in die Regionalliga Bayern, wodurch eine neue „Südost-Regionalliga“ entstehen könnte.

Dieses Modell würde die Verbände nicht so stark zersplittern wie das Kompass-Modell und gewährleistet, dass die hessischen Vereine weiterhin in der Regionalliga Südwest spielen könnten. Die Entscheidung, welches Modell letztendlich durchgesetzt wird, wird die Zukunft des hessischen Fußballs maßgeblich beeinflussen.

Die Zeit drängt. Bis zum Sommer 2028 muss eine Entscheidung fallen. Ob die DFL auf die Bedenken der Vereine hört oder ob das Kompass-Modell durchgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Der Kampf um die Regionalliga-Zukunft hat gerade erst begonnen – und er wird die hessische Fußballlandschaft weiter spalten.