Cardinals trennen sich von kyler murray – eine ära endet still
Es war keine große Pressekonferenz, kein emotionaler Abschied vor den Fans. Kyler Murray erfuhr sein Schicksal am späten Dienstagabend über die Nachrichtenkanäle – so wie es in der NFL eben oft läuft. Die Arizona Cardinals werden ihren einstigen Franchise-Quarterback zum Start des neuen Liga-Jahres am 11. März entlassen. Sieben Jahre, ein erster Pick, eine einzige Playoff-Teilnahme. Das war's.
Was diese trennung wirklich kostet
Die Zahlen erzählen die eigentliche Geschichte. Murray stehen für 2026 garantierte 36,8 Millionen US-Dollar zu – die werden fällig, egal was passiert. Aber die Cardinals retten sich vor den weiteren 19,5 Millionen für 2027, die am fünften Tag des Liga-Jahres garantiert worden wären. Genau dafür handeln Franchises so: nicht aus Sentimentalität, sondern aus Kalkulation.
Sportlich bleibt die Bilanz ernüchternd. 121 Passing-Touchdowns stehen 60 Interceptions gegenüber. Eine Postseason-Teilnahme, eine Niederlage. Verletzungen fraßen ihm drei der letzten sieben Jahre weg. Murray war talentiert – das bestreitet niemand ernsthaft. Nur reichte das Talent nie, um die Cardinals wirklich irgendwohin zu führen.

Brissett wartet, garoppolo wird gehandelt
Der neue Head Coach Mike LaFleur baut in Arizona gerade alles um. Mit Jacoby Brissett steht ein erfahrener Mann bereit, der 2025 in fünf Starts bewiesen hat, dass er mehr als eine Notlösung sein kann: 314 Passing-Yards im Schnitt pro Partie, ein 10:3-TD-INT-Verhältnis und ein NFL-Rekord mit 47 Completions in einem einzigen Spiel. Das ist keine schlechte Ausgangslage.
Trotzdem schauen die Cardinals auf den Markt. Jimmy Garoppolo ist ein Name, der fällt – LaFleur kennt ihn aus gemeinsamer Zeit bei den Los Angeles Rams. Ein hochgedrafteter Rookie gilt intern nicht als bevorzugte Lösung. Arizona will Stabilität, keine Experimente.
Für murray beginnt jetzt das eigentliche
Aus Murrays Perspektive ist die Entlassung kein Ende, sondern eine Befreiung. Sein Name wird ligaweit gehandelt. Er darf sich sein nächstes Ziel selbst aussuchen – mit 28 Jahren und garantierten Millionen in der Tasche ist das eine Position, von der viele Quarterbacks nur träumen.
Die Cardinals dagegen starten einen Neuanfang ohne den Mann, den sie 2019 als Nummer eins gedraftet haben. Manchmal passt ein Spieler nicht zur Franchise, manchmal passt die Franchise nicht zum Spieler. In Arizona war es wohl beides gleichzeitig.
