Capello zieht die klinge: geheimer trumpf für italiens wm-ticket
Fabio Capello hat die Faust in der Tasche – und ein Ass im Ärmel. Der ehemalige Milan-, Juve- und Roma-Coach gibt sich vor dem Bosnien-Spiel kampfbereit: „Ich habe ein Fehdehandschuh für die Quali gezückt, verraten tu ich aber nichts – sonst zerstört’s die Magie.“
Der Mann mit fünf Scudetti, zwei spanischen Meisterschaften und der Champions-League-Krone von 1994 schickt seine Gedanken in den Ring, während Italien auf dem Vulkan sitzt. Gegen die Bosnier geht’s ums Weiterkommen, und Capello weiß: „Die Entscheidung fällt im Mittelfeld, nicht im Strafraum.“ Obwohl er die Offensive um Immobile, Scamacca und Retegui lobt, sieht er das eigentliche Schlachtfeld zwischen den Strafräumen.

Capello schreit – und leidet mit der nazionale
Der 77-Jährige ist kein neutraler Beobachter mehr. Als Englands und Russlands Ex-Selektioner kennt er das Zittern um K.o.-Spiele nur zu gut. „Ich leide mit Italien, ich brülle vor dem Bildschirm“, sagt er und klingt dabei wie ein Ultra, der versehentlich in einer Business-Lounge gelandet ist. Die Leidenschaft sitzt tief, auch wenn er den strategischen Coup nicht preisgibt.
Was genau sein „Fehdehandschuh“ ist? Vielleicht eine Dreier-Kette, ein libero-artiger Schweizer Messer im defensiven Mittelfeld oder einfach nur die Ansage, endlich mal ohne Netzharmonie aufzutreten. Fakt ist: Capello glaubt, dass Italien seine Hausaufgaben gemacht hat. Nur die Umsetzung darf sich nicht in Bosnien verlieren.
Am Mittwoch zählt nur das Ergebnis. Dann wissen wir, ob Capellos Geheimwaffe gezündet hat – oder ob die Nazionale erneut eine blutige Nase kassiert. Die Qualifikation ist kein Kindergeburtstag, sondern ein Kampf bis zur letzten Sekunde. Und Capello wird wieder brüllen, das steht fest.
