Cantù: de raffaele weckt den kampfgeist – rettung im lot?

Cantù steht vor einer Mammutaufgabe. Nach neun bitteren Niederlagen in Folge übernahm Walter De Raffaele das Ruder und scheint den angeschlagenen Verein langsam wieder auf Kurs zu bringen. Vier Punkte trennen die „Brianzoli“ noch von der Abstiegszone – ein Wettlauf gegen die Zeit, der alles abverlangt.

Der meistertrainer kehrt zurück

Für De Raffaele, einen Mann mit zwei Meistertiteln im Palmarès, ist die Rückkehr auf die Trainerbank kein Spaziergang. „Das ist ein Lotteriespiel, ein Kampf“, so der Coach, der sich selbst als „direkt und wenig diplomatisch“ beschreibt. Seine ehrliche Art, die er auch in Interviews offenbart, mag nicht jedermanns Sache sein, doch sie spiegelt seine Überzeugung wider: „Ich sage die Wahrheit, auch wenn es unbequem ist.“

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die sich auf Siege und Niederlagen konzentrieren, legt De Raffaele Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung des Sports. „Es geht um mehr als nur um Ergebnisse“, betont er. „Es muss um die Entwicklung der Spieler und um die Schaffung einer positiven Atmosphäre gehen.“

Ein blick in die zukunft – und die vergangenheit

Ein blick in die zukunft – und die vergangenheit

De Raffaele hatte gehofft, nach seinen Stationen in Venedig und Tortona eine Auszeit im Ausland zu nehmen. „Ich wollte dem italienischen Sport entfliehen, der immer stärker von Erfolgsdruck geprägt ist“, erklärt er. Die Entscheidung für Cantù fiel jedoch aus einem anderen Grund: „Ich wollte eine Herausforderung, die mich wieder lebendig fühlen lässt – und ich habe in Cantù eine Stadt gefunden, die Basketball lebt und atmet.“

Die Fans in Cantù sind bekannt für ihre Leidenschaft und ihr Engagement. „Die Stimmung in der Halle ist unglaublich“, schwärmt De Raffaele. „Sie geben der Mannschaft einen enormen Schub.“

Bortolani – das talent der zukunft

Bortolani – das talent der zukunft

Ein besonderes Augenmerk gilt dem jungen Italiener Guglielmo Bortolani. „Er hat ein unglaubliches Gespür für den Korb und eine beeindruckende Vielseitigkeit“, so De Raffaele. „Er muss sich vor allem in der Defensive weiterentwickeln, aber er arbeitet hart daran.“

Cantù arbeitet fieberhaft an einem neuen Palast und hat in den letzten Jahren viel investiert. De Raffaele ist sich der Verantwortung bewusst: „Es ist wichtig, die Klasse zu halten, um diese Investitionen zu rechtfertigen.“

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für De Raffaele in der Konzentration auf das Wesentliche: „Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und unser Bestes geben. Nur so können wir unsere Ziele erreichen.“ Die Mannschaft hat nun einen „Kampfgeist“, wie De Raffaele betont. Ob das für die Rettung reicht, wird sich zeigen – aber eines ist klar: Cantù wird nicht kampflos aufgeben.

Der ticktocker

Der ticktocker

Cantù hat fünf Jahre gebraucht, um zurück in die Serie A zu kommen. Nun soll der Verein den Klassenerhalt schaffen und die Erwartungen erfüllen, die mit dem neuen Palast einhergehen. De Raffaele bleibt realistisch und betont, dass das Team zwar über einen Kampfgeist verfügt, aber nicht über die nötige Erfahrung, die es erfordert, um dem Druck standzuhalten.