Cantero träumt vom primera-aufstieg: burgos-kapitän packt aus

0,85 Gegentore pro Spiel, 3.060 Minuten zwischen den Pfosten – und ein Traum, der ihn seit Kindertagen begleitet. Ander Cantero, Kapitän von Burgos CF, steht vor der größten Saison seiner Karriere. Die Hypermotion ist kein Selbstläufer mehr. Mit 50 Punkten auf dem Konto und nur noch wenigen Spielen bis Saisonende zittert ganz Spanien mit den „Hijos del frío“. Doch der 31-Jährige blickt schon weiter: Osasuna, seine Heimat, sein Herzklopfen.

„Diese chance kommt nie wieder“

Cantero spricht schnell, fast zu schnell, als wolle er die Worte einfangen, bevor sie davonlaufen. „Wir haben uns im Kader zusammengefunden, alle wissen: Das ist unsere einmalige Chance auf Playoffs oder Direktaufstieg. Vielleicht kommt so etwas nie wieder.“ Die Stimme wird leiser. „Wir werden alles geben. Wirklich alles.“

Er trägt die Binde, aber keine Maske. Offen gesteht der Pamploneser, dass er irgendwann wieder vor 40.000 in El Sadar stehen will – diesmal nicht als Zuschauer, sondern als Torhüter von Osasuna. „Ich bin Rojillo, das versteckt sich nicht. Wenn Burgos es schafft, wäre das der perfekte Sprungbrett.“

Stuani, alcorcón und die nacht, die nicht enden wollte

Stuani, alcorcón und die nacht, die nicht enden wollte

Statistiken? Er kennt sie alle. Nur eine Nacht verdrängt er nie ganz. Alcorcón, Spieltag 42, Saison 2020/21. Eibar braucht einen Sieg zum Aufstieg. Cantero kassiert früh, dann wieder, am Ende steht eine 1:3-Niederlage. „Santo Domingo war mein persönlicher Albtraum. Alles ging schief, vom ersten Moment an. Ich spüre das noch heute, wenn wir dort spielen.“

Gegen Stuani hat er dagegen keine Chance mehr. Der Uruguayer traf in drei verschiedenen Klubs gegen ihn – dreimal an einem Abend für Girona beim 4:0 in Lugo. „Er hat mich regelrecht ausgebürstet. Wenn ich ihn heute sehe, denke ich: Bitte nicht wieder du.“

Spanische torhüter sind anders – und das ist gut so

Spanische torhüter sind anders – und das ist gut so

Cantero lacht, wenn er von der spanischen Torwart-Schule hört. „Bei uns ist der Keeper kein Ausgestopfter, sondern der erste Spieler. Kein Wunder, wir haben von Zamora über Iribar bis Casillas immer Vorbilder gehabt.“ Er selbst schwärmt von Cañizares. „Technisch komplett, strahlte Macht aus. Genau so wollte ich werden.“

Die Lizenzflut hilft. „Bei uns gibt es mehr Torwarttrainerlizenzen als Spieler. Jedes zweite Dorf hat einen Ex-Profi, der dir bei Fußspiel, Linienführung und Mentalität auf die Finger schaut. Das macht den Unterschied in Europa.“

Blanco y negro – lied für einen aufstieg

Blanco y negro – lied für einen aufstieg

Im Estadio El Plantío schallt nach jedem Sieg „En blanco y negro“ von Barricada durch die Nacht. Der Punk-Song stammt aus Pamplona, Canteros Heimat. „Wenn wir aufsteigen, verspreche ich: Ich singe laut mit. Dann wird aus schwarz-weiß plötzlich Primera-Farbe.“

Bis dahin bleibt nur eins: Punkt um Punkt. Die Defensive steht, die Fans stehen, Cantero steht. Und hinten raus wartet Osasuna. Oder ein Traum, der größer ist als jedes Tor.