Camavinga: vom star zum buhmann – real madrids mittelfeld-dilemma?

Madrid – Eduardo Camavinga, einst gefeiert als das neue Ausnahmetalent im Mittelfeld von Real Madrid, befindet sich aktuell im freien Fall. Der Platzverweis im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die seine Position im Team und im französischen Nationalteam ernsthaft gefährdet.

Ein fehlpass entscheidet ein spiel

Die Szene ist noch frisch in den Erinnerungen der Fans: Minute 86 im Rückspiel gegen Bayern München, ein vermeintlich harmloses Zögern bei der Ballbegehung, Gelb-Rot für Camavinga. Ein Moment der Unaufmerksamkeit, der das Aus für die Königlichen besiegelte. Trainer Álvaro Arbeloa bezeichnete die Entscheidung des Schiedsrichters Slavko Vincic als „unerklärlich“, doch die interne Kritik soll deutlich härter gewesen sein. Camavinga selbst entschuldigte sich nach dem Spiel, doch der Imageschaden war bereits angerichtet.

Die Reaktion der Fans war eiskalt. Beim folgenden Ligaspiel gegen Alavés wurde der 23-Jährige von Pfiffen empfangen, ein deutliches Zeichen der Enttäuschung und des Unverständnisses. Arbeloa versuchte, ihn zu schützen, brachte ihn erst in der zweiten Halbzeit ein, doch auch beim Auswärtsspiel gegen Betis Sevilla blieb Camavinga erneut auf der Bank – obwohl der etatmäßige Konkurrent Aurélien Tchouaméni angeschlagen fehlte. Dies wirft Fragen nach dem Vertrauen des Trainers in den jungen Franzosen auf.

Vertrauensverlust bei arbeloa?

Vertrauensverlust bei arbeloa?

Noch vor dem Duell gegen Girona hatte Arbeloa betont, wie wichtig Camavinga für ihn und den Verein sei. „Er hat unter mir ziemlich oft gespielt, mehr als in der ersten Saisonhälfte. Er stand in der Startelf und wird auch morgen in der Startelf stehen“, so der Coach. Diese Worte wirken wie eine ferne Erinnerung, denn seit dem Debakel gegen Bayern scheint sich das Vertrauen des Trainers verschlechtert zu haben. Camavingas Vertrag läuft zwar noch bis 2029, doch ohne konstante Einsatzzeiten droht er, seinen Stammplatz im Mittelfeld zu verlieren.

Die Situation ist umso brisanter, da Camavinga auch bei der Équipe Tricolore nicht mehr unantastbar ist. In den jüngsten Testspielen gegen Brasilien und Kolumbien kam er lediglich als Joker zum Einsatz. Arbeloa betonte, er könne keine Einsatzminuten im Hinblick auf Auswahltermine verteilen, was die Situation für den Franzosen weiter erschwert.

Madrid steckt sportlich in einer schwierigen Lage. Die Kritik am Auftritt in München war enorm, trotz der drei erzielten Treffer. Camavinga muss nun beweisen, dass er aus seinen Fehlern lernt und sich zurückkämpfen kann. Ob er dies gelingen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Seine Zukunft bei Real Madrid hängt von seinen nächsten Spielen ab.