Cam johnson fliegt in denver auf der stelle – und kostet schon bald den nächsten millionenjob

Die Nuggets tauschten einen All-Star-Kandidaten für einen «besseren Fit» und sparen dabei 17 Millionen Dollar. Das klingt nach Geniestreich. Doch 42 Spiele später ist Cam Johnson noch immer auf der Suche nach seinem Platz im System Nikola Jokic, und der eigentliche Clou des Deals droht, sich als Milliardengrab zu entpuppen.

Ein wurf, der mitreist – aber nicht trifft

41 % vom Dreierpunkt, 125 Punkte pro 100 Ballbesitz, wenn Johnson auf dem Parkett steht – auf dem Papier ein Rendite-Turbo. Nur: fast jene Minuten spielt er neben Jokic, der traditionell mit jedem funktioniert. Trennt man die Daten, wird klar, dass Denver ohne Johnson sogar effizienter ist. Der Forward kommt auf 7,2 Dreier-Versuche pro 100 Besitz – Tiefstwert seiner Karriere. Bei Brooklyn führte er noch die Mannschaft in Vorlagen; in Colorado sucht er nach eigenen Worten «nach seiner Identität». Headcoach David Adelman diagnostiziert: «Er will das perfekte Play machen, statt das Play zu nehmen, das vor ihm liegt.»

Der Vergleich mit Michael Porter Jr. tut den Rest. Porter liefert in Brooklyn All-Star-Niveau, trifft 45 % von außen und bekommt 21,1 echte Wurfaktionen pro 100 Besitz. Johnson bleibt bei 15, und selbst die Effizienz darunter liegt tiefer. Dazu kommt: der eigentliche Spar-Effekt wurde überschätzt. Die «tieferen Investitionen» beschränken sich auf Minimum-Verträge und den Tausch Dario Saric gegen Jonas Valanciunas – letzterer steht mit -16,2 On/Off-Rating kurz vor dem Rotation-Aus.

Nächster sommer, nächstes apron-desaster

Nächster sommer, nächstes apron-desaster

Der Vertrag von Johnson läuft noch bis 2027, doch die Uhr tickt laut. Peyton Watson, ausgestattet mit Hunger und besserer Defense, wird Restricted Free Agent. Christian Braun bekommt 22 Millionen, Jokic und Murray verdienen Maximalgehälter. Wer soll gehen? Die Logik der letzten Jahre lautet: der teuerste Austauschbare – und das ist Johnson. Sollte er bis April nicht beweisen, dass er mehr ist als ein teurer Spot-Up-Parkplatz, dürfte sein Name erneut im Flüstergewirr auftauchen, diesmal mit «Trade-Candidate»-Stempel.

Die Moral von der Geschichte: Selbst wenn alle Analysten applaudiert haben, kann ein Trade nach 42 Spielen wie ein Schuss ins eigene Knie wirken. Denver spart Geld, verliert aber an Tiefe, an Titel-Chancen – und vielleicht bald auch an Geduld. Die Playoffs sind der letzte Akt. Dort muss Johnson nicht perfekt sein, nur konstant. Ansonsten fliegt er nicht nur auf der Stelle, sondern direkt zum nächsten Fliegerband.