Cam johnson blockiert denver – der trade wird zum albtraum

Der Sommer schien ein Meisterstück. Denver tauschte Michael Porter Jr. gegen Cam Johnson, sparte 17 Millionen Dollar, rutschte unter den First Apron und hielt dazu einen ungeschützten First-Rounder 2031 in der Tasche. 42 Spiele später klingt das wie ein schlechter Scherz: Johnson schwimmt im System, Porter ballert in Brooklyn wie entfesselt, und die Nuggets fragen sich, ob sie den Tausch nicht einfach rückgängig machen können.

Die zahlen lügen nicht – aber sie erzählen auch nicht die ganze wahrheit

41 % Dreier trifft Johnson, das ist okay. Okay reicht aber nicht, wenn man MPJ ersetzt, der dort dieselbe Quote bei deutlich mehr Volumen hinlegte. 7,2 Dreier-Versuche pro 100 Ballbesitze – das ist Johnsons niedrigster Wert seit seiner Rookie-Saison. Er startet zwar jedes Spiel, bleibt aber ein Gast in der Offense. On/Off: Mit Nikola Jokić sieht die Welt rosiger aus, ohne den MVP bricht Denver ein. Johnson ist dabei, nicht der Grund.

Der eigentliche Schaden entsteht anderswo. Porter erzielte in Denver 21,1 True Shot Attempts pro 100 Possessions, Johnson kommt auf 15. Die Effizienz liegt trotzdem darunter. Head Coach David Adelman nennt es „Über-Anpassung“: „Er will das perfekte Play, statt das Play zu nehmen, das vor ihm liegt.“ Johnson selbst sagt, er suche noch nach seiner Identität. Das klingt nach Psychologie, ist aber ein Luxusproblem, das sich ein Titelanwärter nicht leisten kann.

Die kasse tickt – und peyton watson kommt zurück

Die kasse tickt – und peyton watson kommt zurück

Die Nuggets haben nicht nur ein Basketball-, sondern ein Kalkulationsproblem. Christian Braun verlässt nächste Saison seinen Rookie-Deal und kostet dann 22 Millionen. Peyton Watson, vor seiner Oberschenkel-Verletzung im Breakout-Jahr, wird Restricted Free Agent. Watson ist sieben Jahre jünger als Johnson, besserer Verteidiger, hungriger. Wenn Denver Watson hält, rutscht es wieder über den Apron – und Johnson wird zur Kollateralschuld. Die Front Office-Logik der letzten Jahre lautet: Wer teuer wird und nicht unverzichtbar ist, fliegt.

Die Saison ist noch lang, die Playoffs ein offenes Buch. Johnson hatte in den letzten drei Spielen jeweils über 15 Punkte, gegen die Lakers zehn Dreier-Versuche. Das ist kein Zufall, sondern ein letzter Warnschuss. Wenn er nicht jetzt liefert, wird er nächsten Sommer als 21-Millionen-Teuerpaket auf dem Trade-Block landen. Denver würde dann einen First-Rounder versenkt haben, um sich selbst ärmer zu machen. Die Gewinner des Deals tragen heute Brooklyn-Trikots – und fragen sich vermutlich, wie lange Porter noch bleibt.