Cagliari zieht vor napoli die notbremse: geheimes krisentreffen statt strafe
Kein offizielles Communiqué, keine Sanktionen – und doch rattert bei Cagliari die Notbremse. Nach der 1:3-Demütigung in Pisa, inklusive Rot für Adam Obert und Kreuzband-Aus für Idrissi, lädt Präsident Giulini seine Profis bereits am Mittwochabend ins Trainingslager. Ziel: ein Krisen-Reset vor dem Freitag-Heimspiel gegen Napoli.
30 Punkte, sechs vorsprung – und trotzdem alarmstufe rot
Die Zahlen lügen nicht: Sechs Spieltag, zwei Punkte, drei Tore. Das war’s. Was vor Weihnachten noch wie ein beruhigtes Mittelfeld aussah, ist nach dem Debakel in der Toskana ein freier Fall Richtung Abstiegszone. Fabio Pisacane sprach von „fehlendem Biss“, die Kabine von „Stille, die wehtut“. Die Antwort des Klubs: kein Tag der offenen Tür, sondern ein geschlossenes Krisentreffen – mit Pizza statt Prügelstrafe, versteht sich.
Gelegenheit dafür bietet der vorverlegte Trainingsstart. Normalerweise checkt Cagliari erst Donnerstagabend ins Domus-Hotel ein, jetzt kommt das Team schon 24 Stunden früher zusammen. Ohne Medienrummel, ohne Familienbesuch. Nur Spieler, Staff und Sportdirektor Niederauer, der intern bereits die nächste Transferperiode plant – sollte der Klassenverlust drohen.

Napoli kommt mit conte-geheimwaffe und personal-drama
Während die Sardischen Inseln durchatmen, reist Napoli mit Volldampf an. Antonio Conte hat seine Mannschaft nach der Länderspielpause auf 4-2-3-1 umgestellt, Kvarašvilia soll links dribbeln, Politano rechts schnüren. Hinten drückt Juan Jesus auf die Ersatzbank, Rrahmani und Buongiorno bilden ein neues Zentrum. Fünf Punkte fehlen den Partenopei noch zum Spitzenreiter Inter – ein Sieg in Cagliari wäre Pflicht, um den Meister-Express nicht zu verpassen.
Für Pisacane wird Freitag zum Heimspiel im wahrsten Sinne: Geboren in Neapel, stolperte er als Jugendlicher durch die Kurven des San Paolo. Nun soll er den eigenen Klub retten – mit Sebastiano Esposito, ebenfalls Campano, der nach abgelaufener Sperre zurückkehrt. Fehlen werden Obert (gesperrt), Idrissi (Kreuzbandriss) und der angeschlagene Deiola, der eigentliche Kapitän. Die Statistik? Cagliari holte aus den letzten fünf Partien gegen Napoli genau einen Punkt – ein 1:1 vor drei Jahren, damals noch mit Simeone. Nostalgie rettet keine Saison.
Kick-off Freitag 20.45 Uhr in der Unipol Domus, 16.416 Plätze, ausverkauft seit Montag. Die Kurve Nord probt bereits Sprechchöre gegen die eigene Mannschaft – „Rispondite!“ lautet die Parole. Antworten oder absteigen, das ist die Frage, die sich Cagliari am Freitag beantworten muss. Kein Drama, nur Realität.
