Tommasi zerreißt var-skandal: „frattesi-musste elfmeter sein!“

Es ist 18:31 Uhr in Milano, und Dino Tommasi hat gerade die Bombe platzen lassen. Der Mann aus der Schiedsrichter-Kommission sitzt bei DAZN in der „Open Var“-Sendung und erklärt live: Der VAR hätte eingreifen müssen – und hat es nicht getan. Herzstück der Affäre: Der verschossene Elfmeter für Inter nach dem Tritt von Scalvini gegen Frattesi. „Keine Frage, das war Pflicht-Review“, sagt Tommasi. Die Kurve ist raus.

Die Szene? 63. Minute, Inter führt 1:0 gegen Atalanta. Frattesi sticht früher, bleibt am Ball, Scalvini kommt mit erhöhtem Bein – Kontakt, Sturz, Protest. Schiri Manganiello winkt ab, die VAR-Zentrale in Lissabon bestätigt innerhalb von 17 Sekunden. Tommasi: „Zu schnell, zu lasch. Wenn der Kollege am Platz die Körpermasse nicht durchdringt, muss der Video-Schiedsrichter die ofr geben. So lautet die Anweisung. Punkt.“

Warum dumfries richtig belassen wurde

Gleiches Spiel, andere Ecke. Sulemana und Dumfries liegen sich in der 71. Minute in den Seilen. Hand an der Hüfte, Bein leicht verschränkt – doch laut Tommasi „kein durchsetzungsfähiger Push“. Die Entscheidung, weiterlaufen zu lassen, sei korrekt und durch die VAR-Runde sogar „pixelgenau“ geprüft worden. Anders als bei Frattesi also ein Beispiel dafür, wie die Technik laut Vorschrift funktioniert.

Die Zahlen liefern den Beweis: In dieser Saison wurden 23 von 28 möglichen ofr bei vermeintlichen Elfmetern tatsächlich durchgeführt – nur der Fall Frattesi gehört zu den fünf Ausnahmen. „Das Protokoll ist klar, die Anwendung uneinheitlich“, hadert Tommasi. Die Konsequenz: Interne Nachschulung für die beteiligten Referees, wie Ligapräsident Gravina bestätigt.

Wesleys gelb-rote karte bleibt – und die juve-entscheidung auch

Wesleys gelb-rote karte bleibt – und die juve-entscheidung auch

Keine Revision gibt es dagegen für Wesley. Der Brasilianer von Roma flog in Como wegen wiederholten Fouls in der 53. Minute vom Platz. VAR und AVAR prüften „Mistaken Identity“, stellten aber fest: Das Knie des Verteidigers trifft Diao frontal. Tommasi: „Spa-Auslösung, zweite Gelbe, korrekte Kette.“

Ein Einspruch läuft indes bei Juventus. Die „Gazza“ hatte gegen Udinese ein Tor durch Conceiçao wegen vermeintlichen Abseits von Koopmeiners annulliert bekommen. Tommasi stützt Mariani: „Bewegung vor dem Torhüter, Bein raus, Sichtlinien-Beeinträchtigung – alle vier Kriterien erfüllt.“ 3,2 Meter Abstand zum Schuss, 0,8 Meter im Sechzehner – die Messung steht. Für Spalletti bleibt nur das Schulterzucken: „Diese Saison bekommen wir sie alle weggenommen.“

Fazit: Die VAR-Liga schlittert von einem Debakel zum nächsten. Tommasi liefert den Beweis, dass das System nur so gut ist wie die Menschen, die es bedienen. Und die haben sich am 17. März 2026 einen Bärendienst erwiesen. Die Meisterschaft wird entschieden – nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kontrollzentrale. Wer jetzt nicht eingreift, verliert mehr als nur zwei Punkte. Er verliert das Vertrauen.