Cagliari zerbricht an gilmour und olivera – esposito rettet pisacanes ehre

20 Minuten vor Mitternacht war die Partie gelaufen, die Noten aber noch lange nicht verteilt. Während Esposito in Pisacanes Elf die einzige Leuchte blieb, schlichen sich Olivera und Gilmour durch das Mittelfeld wie zwei Fremdkörper in Contes System. Das 0:0 war ein Resultat, das beiden Teams schmeichelte – und das keiner so richtig verdiente.

Contes experiment ging in die hose

Der Coach hatte auf Rotation gesetzt, doch statt Frische kam Verunsicherung. Gilmour verlor 14 von 18 Zweikämpfen, Olivera spielte 47 Pässe – 19 davon rückwärts. Die Statistik ist kein Zufall: Wer den Ball nicht nach vorne trägt, trägt auch keine Siegesmentalität in die Kabine. Conte schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf, seine Antwort auf die Frage nach der Leistung der beiden Neuzugänge: „Wir werden intern reden.“ Das klingt nach Bank, nicht nach Vertrauen.

Pisacane hingegen kann sich zumindest auf eine Konstante verlassen. Esposito sicherte mit zwei geklärten Bällen in der Nachspielzeit und einer Zweikampfquote von 78 % den Punkt. Der 23-Jährige ist in Cagliari längst kein Geheimtipp mehr – er ist die Versicherung gegen den Abstieg. Die Fans skandierten seinen Namen, als die Lichter des Stadions erloschen. Es war der einzige Moment an diesem Abend, der nicht nach Leere klang.

Ein punkt, der niemandem hilft

Ein punkt, der niemandem hilft

Die Tabelle lügt nicht: Cagliaris Vorsprung auf den Strich beträgt drei Zähler, Sassuolo lauert mit einem Spiel weniger. Der Saisonendspurt beginnt am Wochenende mit Empoli – ein Gegner, der sich ebenfalls im freien Fall befindet. Wer dort nicht gewinnt, darf sich nicht wundern, wenn die Rechnung mit 40 Punkten nicht aufgeht. Die Arithmetik der Serie A ist gnadenlos: Ein verschossener Elfmeter im März kann im Mai die Entscheidung zwischen Liga eins und zwei bedeuten.

Conte wird rotieren müssen, Pisacane wird beten, dass Esposito nicht erwischt wird. Der Rest des Kaders wirkt müde, die Knie zu schwer für die letzten Sprints. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.