Runjaic packt aus: so zitterte udinese zum glückssieg in genua
Kosta Runjaic lachte nicht, als er die Worte wählte. Er sprach von Glück, von harter Arbeit – und davon, wie seine Udinese im Stadio Luigi Ferraris zwei Tore aus dem Nichts schoss, um den Genoa 0-2 zu schlagen. Der Coach der Friulaner hatte nach dem Schlusspfiff den Atem eines Mannes, der eben einem Lkw entronnen ist.
„Es war kein schönes Spiel, es war ein Kampf“, sagte er, die Stimme rau vom Regen der ligurischen Nacht. „Ich habe Daniele De Rossi gratuliert. Sein Team hat uns die Lufthole genommen. Aber manchmal gewinnt nicht der Bessere, sondern der, der zwei Standardtoteure nutzt.“

Die wahrheit über zaniolo und davis
Runjaic strich Nicolò Zaniolo vom Zettel – ein Schritt, der in Italiens Medien sofort Brisanz entfachte. „Er wusste, dass er diese Woche nicht dabei ist. Wir haben geredet. Er muss arbeiten, wir müssen weitermachen.“ Keine Schuldzuweisung, nur nüchterne Konsequenz. Gleiches gilt für Keinan Davis, der nach Gelb-Rot fehlen wird. „Wir haben Zeit, wir haben Alternativen. Jetzt zählen nur Zahlen.“
Die Zahl 50 schwebt über dem Trainingsgelände in Udine. „Fünfzig Punkte bedeuten Europa, fünfzig Punkte bedeuten Ruhe“, sagt Runjaic. Nach 28 Spielen steht sein Team bei 42 Zählern. Vier Siege fehlen. „Wir denken nicht an Mai, wir denken an Bologna. Dann an Lecce. Und dann sehen wir weiter.“
Die Kabine jubelte, doch der Coach blieb auf dem Rasen, starrte in die leeren Tribünen. „Gewinnen ist wie Atmen“, murmelte er. „Wenn du aufhörst, wirst du ohnmächtig.“
Am Freitag wartet das Dacia Arena-Feuer. Mit oder ohne Glück – Runjaic wird wieder kein Lächeln haben, nur den Plan. Und der sieht bislang nach der besten Saison der letzten zehn Jahre aus.
