Caf kassiert senegal-titel: marokko bekommt den pokal per mail

58 Tage nach dem Triumph in Rabat musste Sadio Mané die Push-Nachricht lesen, die alles zerstört: Der Afrika-Cup rückgängig gemacht – per Verwaltungsakt. Die Trophäe, die er am 18. Januar in die Luft reckte, gehört nun offiziell Marokko. Die Begründung: ein angeblicher Regelverstoß nach dem Platzverlassen der Senegalesen. Die Reaktion: Weltweites Gelächter und blankes Entsetzen.

Warum der caf-senat jetzt den titel umwidmet

Der Schiedsrichter hatte Senegal wegen Spielverweigerung auf die Tribüne geschickt. Die CAF-Appellkommission sieht darin eine „Verweigerung des Wettbewerbs“ und stuft das Finale als technische Niederlage ein. Juristisch ein Trick, sportlich ein Eigentor. Denn die Elf, die nach der Rückkehr sogar den Siegtreffer erzielte, wird bestraft – die, die den Elfmeter verschoss, zum Helden stilisiert.

Die Folge: FIFA-Weltranglistenpunkte, Prämie und Etikett „Afrikameister“ wandern nachträglich nach Casablanca. Senegal zieht vor den CAS, kündigt Klage an und sammelt innerhalb von vier Stunden über sieben Millionen Unterschriften unter dem Hashtag #HandsOffOurCup.

So reagiert der planet auf die büro-meisterschaft

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Die französische L’Équipe titelt „Coup d’État à la caf“, englische Talksender zählen Parallelen zur Fußball-Korruption der 1980er-Jahre. Selbst der sonst so gelassene Pape Gueye platzt der Kragen: „Wir haben 120 Minuten geballert, nicht 120 Emails.“

Marokko selbst hält sich bedeckt. Kein Tweet der Atlaslöwen, kein Emoji von Achraf Hakimi, der bei Real gerade die Champions League donnert. Stattdessen flüstert der Verband intern, man habe „nur die Regularien eingefordert“. Wiegen das und die Tatsache, dass CAF-Präsident Patrice Motsepe beim nächsten Marokko-Trainingslauf als Ehrengast gilt, die Waage? Der Verdacht der Gefälligkeit liegt auf dem Tisch wie ein ungelüfteter Stadion-Feuertonner.

Was bleibt, ist ein Scherbenhaufen. Afrikas größtes Sport-Spektakel mutiert zur Bühne für Amtsmissbrauch. Sponsoren prüfen Ausstiegsklauseln, TV-Rechte-Verkäufer rechnen mit Minusgeschäft. Und die Spieler? Sie wissen jetzt: Man kann 90 Minuten sprinten, aber nicht 58 Tage schweigen – die nächste Mail kommt bestimmt.