Glatzel platzt der kragen: hsv-star fordert einsatzgarantie – oder aus
Robert Glatzel sitzt auf dem Holster der Reservebank, und das reicht ihm. Nach 73 Toren in 115 Zweitliga-Spielen für den Hamburger SV spricht der Angreifer jetzt offen aus, was ihm seit Wochen auf der Seele brennt: Er will spielen – oder gehen.
Die bombe fiel in der „morgenpost“
Ohne das Pressebüro vorab zu informieren, erklärte der 32-Jährige, dass er „ein paar Dinge loswerden“ wolle. Der Knackpunkt: Seit dem 1:1 gegen Köln ist er nicht einmal mehr Joker, sondern reine Zuschauerrolle. Merlin Polzin setzte auf Ransford Königsdörffer, Damion Downs und später Otto Stange – Glatzel blieb sitzen. Intern gilt er nur noch als „Stürmer Nummer fünf“. Das ist für einen Mann, der die Rothosen 2022 fast im Alleingang vor dem Abstieg bewahrte, ein Schlag ins Gesicht.
„Maximal frustrierend“, sagt er selbst. Besonders, weil er zuvor zweimal in der Startelf stand und dann urplötzlich wieder weg war. Gespräche mit Polzin halfen nicht. „Er hat seine Begründung, die er mir klar gesagt hat.“ Doch Klarheit ist nicht gleich Akzeptanz. Glatzel versteht die Welt nicht mehr.

Systemwechsel lässt torjäger alt aussehen
Der HSV spielt seit der Bundesliga-Rückkehr ein anderes Tempo: frühes Pressing, vertikale Schnelligkeit, defensive Arbeit von der ersten Minute. Downs und Königsdörffer passen ins Raster, Glatzel eher ins Museum. Trotzdem: In dieser Saison traf er dreimal – nur 328 Minuten hatte er dafür. Quote: ein Treffer alle 109 Minuten. Die Zahlen sprechen, das System schweigt.
Vertrag bis 2027 hin oder her – der Stürgerät sich ein Abgangsszenario aus. „Ich bin offen für Veränderungen“, sagt er. Ein Satz, der in der Klubgaststätte „Doppelpass“ sofort zur Hauptmahlzeit wurde. Fans sind gespalten: Die einen sehen den treuen Dienstmann, die anderen einen Spieler, der sich dem neuen Leistungsanspruch verweigert.
HSV-Manager Bernhard Peters muss nun reagieren. Ein Winter-Transfer wäre möglich, doch der Markt ist dünn. Vereine aus der 2. Liga winken, auch aus dem Ausland. Für Glatzel zählt nur eins: Minuten. Alles andere ist Makulatur. Die Uhr tickt – und der Torjäger wartet nicht mehr ewig auf sein Comeback.
