Bw lohne steckt im sumpf fest – jetzt kommt oldenburg
Die Luft wird dünner, der Boden matschiger. BW Lohne schleppt sich durch den Regionalliga-Nord-Herbst, und jedes Mal, wenn die Mannschaft denkt, jetzt reißt der Knoten, folgt der nächste Tiefschlag. Das 0:0 gegen Werder II war kein Befreiungsschlag, sondern ein Stück Rettungsschwimmer, der nicht ans Ufer trägt.
Oldenburg und drochtersen – das nächste kaliber wartet
Am Freitag geht’s nach Oldenburg, zum Tabellendritten. Drei Tage später folgt das Nachholspiel beim SV Drochtersen/Assel – Platz zwei. Wer da noch von „Endspielen“ spricht, hat die Saison nicht verstanden. Für BW Lohne ist jedes Spiel schon länger ein Endspiel, nur ohne den Glamour.
Thorsten Tönnies weiß, wie das ist. 351 Regionalliga-Einsätze hat er auf dem Buckel, mehr als jeder andere im Norden. Am Freitag kehrt er zurück an die Marschwegstraße, wo er einst Kapitän war, wo er seine beste Zeit hatte. „Es bleibt meine zweite Fußball-Heimat“, sagt er. Aber er fährt nicht zum nostalgischen Plausch, sondern in den Kampf ums nackte Überleben.
Dabei fehlt fast die komplette Abwehr. Marko Dedovic rotiert wegen Gelb-Rot, Johannes Sabah wegen Gelbsperre. Malte Wengerowski, Tjark Reinert, Clinton Helmdach – alles Namen auf der langen Verletztenliste. Martin Kobylanski? Nicht mal im Kader. Die personelle Lage ist keine Lage mehr, sie ist ein Notstand.

Glaube gegen realität – das alte lied
Trainer Christian Neidhart redet von Stabilität, von engeren Reihen, von „Struktur“. Tönnies schwört: „Irgendwann geht auch mal einer rein.“ Aber Struktur gewinnt keine Spiele, wenn hinten ein Bahnhof steht und vorne der Ball nicht ins Nett rollt. Die Wahrheit: BW Lohne hat fünf Siege aus 18 Spielen. Die Wahrheit: Unterhalb von Lohne liegt nur noch St. Pauli II. Die Wahrheit: Die Relegation beginnt nicht im Mai, sie läuft schon.
Letzte Saison gewannen die Lohner noch 4:2 in Oldenburg, beendeten eine 14-Spiele-Siegesserie des VfB. Das war 2024. Jetzt ist 2025, und Oldenburg hat sich verstärkt, während Lohne sich dezimiert. Die Erinnerung ist kein Ticket für die Zukunft.
Tönnies wird 35 am Freitag. Sein Vertrag läuft aus. Er weiß, dass es seine letzte Partie an der Marschweg sein könnte. Aber er redet nicht vom Abschied, er redet von Punkten. Drei wären ein Geburtstagsgeschenk, sechs ein Wunder. Realistisch bleibt die Quadratur des Kreises.
Die Saison ist keine Saison mehr, sie ist ein Marathon durch Morast. Und BW Lohne tapst noch immer barfuß.
