Buriram spuckt blut und spanier: moto2 und moto3 in thailand gehen durch die hölle

Der Buriram International Circuit verwandelte sich in einen Hexenkessel. Zweimal Rote Flagge, zweimal Restarts, ein Kolumbianer am Boden, Italiener außerhalb der Punkteränge – und am Ende jubeln zwei Spanier in Schwarz-Grün.

González beendet seine durststrecke mit 700 metern rennen

Manuel González hatte seit Mugello 2025 nicht mehr gewonnen. Was folgte, war ein Jahr des Stolperns, der verpassten Set-ups, der Fragen nach dem richtigen Reifendruck. In Thailand brauchte er nur sieben vollständige Runden, um die Negativserie zu beenden. Die restlichen 15 wurden ihm von der Streckenposten-Routine gestrichen.

Der erste Start verlief nach Drehbuch: Guevara rauschte an Senna Agius vorbei, Holgado kassierte beide, Ortolà lauerte. Dann die Delle im Asphalt: Agius rutscht, Alonso López donnert hinten rein, Filip Salač kann nicht mehr ausweichen. Rennleiter Freddie Mercke zückt die Rote Flagge – einzige Konstante: González' Crew hält die Kalex bereits in der Box bereit.

Restart bei 11 Runden. Kurz darauf erneute Rote Flagge, weil Lunetta und García sich verhaken. Jetzt bleiben sieben Runden übrig – ein Grand Prix der verrückten Zahlenspiele. González startet von Platz drei, überholt Holgado in Kurve 3, setzt Guevara drei Kurven später. Die beiden Spanier lassen den Rest des Feldes wie betaubt stehen. Im letzten Angriff versucht Guevara außen, doch González schließt die Tür, zieht durch und jubelt mit geballter Faust – 342 Tage nach seinem letzten Sieg.

Almansa besiegt den wm-favoriten um drei tausendstel

Almansa besiegt den wm-favoriten um drei tausendstel

In der Moto3-Klasse lieferten sich David Almansa und Maximo Quiles ein Kopf-an-Kopf-Duell, das selbst die Zeitmessung an ihre Grenzen brachte. Drei Tausendstel – das ist weniger als ein Augenlid-Schlag. Almansa, bislang eher ein Laufbursche für Intact GP, riss sich die Pole, verteidigte die Führung und setzte in der letzten Kurve einen Block, den Quiles erst auf der Ziellinie wahrnahm. Dahinter schob sich Valentín Perrone mit Tech3-Material von Platz 14 auf Platz 3 – beste Tagesleistung eines Nicht-Spaniers.

Die Italiener bleiben dagegen ohne Punkt. Guidi Pini rutschte weg, Nicola Carraro wurde zur Zuschauerrolle degradiert, Matteo Bertelle landete im Kiesbett. Celestino Vietti reiht sich als bester Azzurro auf Platz 11 ein – Lichtjahre hinter den Erwartungen.

Die Bilanz nach dem ersten Südostasien-Wochenende: Liqui Moly Intact GP fährt Doppel-Sieg, die Spanier dominieren beide Klassen, und der Buriram-Circuit fordert erneut seinen Tribut – 22 Runden geplant, sieben überstanden. Die Saison ist kaum drei Tage alt, schon jetzt ist klar: Wer in Thailand nicht überlebt, wird in Katar nicht erstarken.